Washington - Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm spitzt sich weiter zu. Die USA erklärten heute, Freitag, unter Berufung auf Geheimdienstquellen, an der Atomanlage in Yongbyon sei erhöhte Aktivität beobachtet worden. Dort seien offenbar gebrauchte Brennstäbe abtransportiert worden, was die Absicht Nordkoreas unterstreiche, Atomwaffen zu bauen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher. "Ein Abtransport der verbrauchten Brennstäbe in Yongbyon wäre eine sehr ernst zu nehmende Entwicklung und ein Schritt in die falsche Richtung".

Auf den Satellitenbildern seien zahlreiche Lastwagen an dem Lagergebäude des Zentrums zu sehen gewesen, hatte zuvor die "New York Times" berichtet. Es sei anzunehmen, dass dort Brennstäbe weggeschafft wurden. Sollte Nordkorea tatsächlich mit der Waffenproduktion begonnen haben, habe das Land bis Ende März genügend Plutonium für etwa ein halbes Dutzend Atomwaffen, zitierte die Zeitung Regierungsbeamte.

Die US-Regierung will, dass die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) wegen des Atomprogramms in Nordkorea den Weltsicherheitsrat anruft, der über Sanktionen entscheiden könnte. Einen neuen Vorstoß kündigte Boucher aber nicht an. Die IAEO plant voraussichtlich für den 12. Februar eine Sondersitzung zu dem Atomstreit. (APA/AP/dpa)