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Als Verbindung von Malerei und Zeichnung werden die Scherenschnitte, die Henri Matisse in seinen letzten Lebensjahren geschaffen hat, oft bezeichnet. Frei schwebende organische Formen in leuchtenden Farben, für große Flächen wie Wände oder Fenster angelegt, evozieren ein paradiesisches Lebensgefühl, ein ozeanisches Fließen voll Licht und Harmonie. Diese Kunstwerke sind weit mehr als bloße Dekoration; Matisse hat Papiere mit Farbe bemalt, aus diesen dann die Formen ausgeschnitten und zueinander in Beziehung gebracht. Aus der Natur entlehnt, auf die Substanz reduziert und zu einem eigenen Universum neu zusammengefügt, in dem die leeren Räume ebenso wichtig sind wie die Farbflächen. Den bewundernswert heiteren Spätwerken eines alten Mannes ist der Band Matisse - Scherenschnitte gewidmet, (175 Seiten, € 51,40, Prestel) das Buch ist gleichzeitig der Ausstellungskatalog zur Schau "Henri Matisse - Mit der Schere zeichnen", die bis März in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt und anschließend in Berlin zu sehen ist. (DER STANDARD, Printausgabe vom 1./2.2.2003)