St. Pölten - Der Landesvorsitzende der Kinderfreunde Niederösterreich, Andreas Kollross, nahm am Dienstag zu den von der Statistik Austria veröffentlichten Geburtenzahlen Stellung. Dabei ist ersichtlich, dass Niederösterreich den größten Rückgang in Österreich verzeichnet und mit 4,4 Prozent Geburtenrückgang das Schlusslicht in Österreich darstellt.

"Die großflächigen Plakate, in denen von einem 'Kinderösterreich' gesprochen wird, helfen wenig. Es zeigt sich vielmehr, dass mit dieser Kampagne versucht wird, die Lebensrealitäten der niederösterreichischen Familien schön zu reden", so Kollross. Den Familien würden jedoch "keine riesigen Plakate, in denen sich die Verantwortlichen selbst loben", helfen, sondern vielmehr müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Vereinbarkeit von Familie, Kind und Beruf in der Realität umsetzbar machen.

"Gerade die Kleinstkinderbetreuung wird in Niederösterreich 'stiefmütterlich' behandelt. Als Kinderfreunde fordern wir seit vielen Jahren den intensiven und vor allem nach den Bedürfnissen der Eltern, im speziellen der Frauen, ausgerichteten Ausbau der Kleinstkinderbetreuung. Die Nichtbeachtung dieser so wichtigen familienpolitischen Weichenstellung wird nun mit der 'Roten Laterne', dem Schlusslicht, im Geburtenranking belohnt", so Kollross, der auch die "längst überfälligen Korrekturen wie zum Beispiel die Herabsetzung des Kindergartenalters auf 2,5 Jahre" fordert.

"Um ein wirkliches 'Kinderösterreich' zu sein, bedarf es nach unserem Verständnis den flächendeckenden Ausbau der Kleinstkinderbetreuung, den wirklichen Gratiskindergarten in Niederösterreich zu forcieren. Was zu bedeuten hat, dass auch am Nachmittag der Kindergarten gratis ist, sowie ein noch stärkeres Engagement im Hortbereich", schloss Kollross. (red)