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Katharine Jefferts Schori ist Bischöfin der Anglikanischen Kirche in den USA. Die alte Welt ist noch nicht so weit.
Foto: APA/AP/Karel Prinsloo

London - In der anglikanischen Kirche von Wales wird es keine Bischöfinnen geben. Ein entsprechender Antrag verfehlte am Mittwochabend laut Kathpress bei der Abstimmung im Leitungsgremium der walisischen Kirche in der Kammer der Priester die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Dagegen nahmen die Kammern der Bischöfe und der Laien den Entwurf des Erzbischofs von Wales, Barry Morgan, an.

Bisher keine Frau im Amt

Seit 1996 sind in der anglikanischen Kirche von Wales Frauen zur Priesterweihe zugelassen. In den anglikanischen Teilkirchen von Irland und Schottland wären theoretisch auch Bischöfinnen möglich. Allerdings gibt es bisher keine Frau in diesem Amt. In der anglikanischen Kirche von England ist die Frage offen.

Streitfragen um Frauen und Homosexuelle

Die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt ist neben der ethischen Bewertung von Homosexualität ein zentraler Streitpunkt in der anglikanischen Weltgemeinschaft (Anglican Communion). Der anglikanische Primas von Nigeria, Erzbischof Peter Akinola, hat in dieser Woche seine scharfe Kritik an der Kirchendisziplin in den westlichen Ländern erneuert. "Jesus wäre tief enttäuscht von dem Ausmaß, in dem seine Kirche ihre Identität verloren hat", heißt es in seinem neuesten Pastoralbrief.

Akinola und andere afrikanische Bischöfe haben in den USA Parallelstrukturen mit "fliegenden Bischöfen" für jene anglikanischen Gläubigen eingerichtet, die mit der Haltung der Kirchenleitung nicht einverstanden sind. (APA)