Das weibliche Geschlechtsorgan öffentlich zur Schau zu stellen: Damit kann frau/man heute nicht mehr provozieren. Und das ist auch nicht das vorrangige Ziel von Monika Herschberger. "Früchte der Venus" ist Teil des Projekts "Muschis on Tour" - dieStandard.at berichtete, an dem die Künstlerin schon seit 2007 arbeitet und mit dem sie dieses Jahr zum niederösterreichischen Viertelfestival eingeladen wurde.
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Auf spielerische Weise thematisiert sie die Vagina mit ihrer erotischen und symbolischen Kraft. "Ich möchte ein starkes weibliches Körperbild transportieren und einen offenen Zugang zur Sexualität zeigen", sagt sie, "dass das kein alter Hut ist, zeigt beispielsweise der Trend der 'Design-Vaginas' in den USA, wo Frauen ihre Schamlippen unter dem Aspekt der Schönheit straffen oder kürzen lassen...
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... Auch die Sprachlosigkeit, wenn es um das weibliche Geschlechtsorgan geht, ist etwas, mit dem ich mich beschäftige. In unserer Kultur wird die Vagina meist nur mit medizinischen Begriffen erfasst oder mit vulgären Ausdrücken bedacht. Das ist z.B. in der asiatischen oder arabischen Tradition anders."
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Inspirieren lässt sich Monika Herschberger von Jahrtausende alten Mythen und Symbolen, die die Vagina als Ursymbol für Schöpfungskraft, Macht und weibliche Kraft darstellen, wie die Figur der Sheila-na-Gig, eine Frau mit weit gespreizten Beinen, die frau/man auf irischen Kirchen abgebildet findet. Eine Thematik die auch von Künstlerinnen wie Niki de Saint Phalle oder Judy Chicago erarbeitet wurde.
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Bei der Idee zu "Früchte der Venus" spielte die Bedeutung von Früchten in Kunst, Religion und Mythologie eine Rolle. Kirsche und Pfirsich verweisen beispielsweise auf die Erlösung vom Tod, die Marille wurde als Sinnbild für die Vulva verehrt und als Aphrodisiaka verwendet. Aber auch die Tradition des Maibaums findet sich im geschmückten Baum wider: Er steht für die Verbindung von Mann (Stamm) und Frau (Kranz), erklärt Herschberger.
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Die Künstlerin erhielt im Rahmen der Kunst- und Kulturinitiative "Viertelfestival NÖ – Mostviertel 2008" Bäume an der B 25 zugeteilt, die sie mit überdimensionalen Vagina-Symbolen behängt. Die mandel-, herz- und eierförmigen Objekte sind aus Materialien wie Kokos, Latex, rote LKW-Plane oder Schaumstoff gearbeitet und erinnern an bäuerliche Symbole.
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Das Projekt "Muschis on Tour" umfasst bisher eine Ausstellungsreihe mit den sogenannten "Glücksmuschis", dreidimensionale Objekte, welche die Verschiedenartigkeit der Weiblichkeit darstellen und Titel wie Pussy-Bag und Schwarze Witwen tragen. Im Juni wird die Installation "Big Mama" im Café Zum Kuckuck in Amstetten eröffnet, außerdem lädt die Künstlerin zur Diskussion in den Filmsaal und am 15. August machen die Glücksmuschis bei ihrer Tour Station in der Galerie Schaustall.
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23. Mai bis 20. August
"Früchte der Venus"
Bauminstallation und Guckkasten an der B 25 in Peutenburg / Scheibbs
exit.100.marathon

"Installation Schatzkästchen"
Wieselburg Nr. 9, Eingang zum Schlosspark Wieselburg
Eröffnung: 23. Mai, 20:00
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3. September, 20:00
"Viva la Vagina"
Die Künstlerin im Gespräch
Filmsaal Café Zum Kuckuck, 3300 Amstetten CD Cafe Zum Kuckuck, Linzer Straße 1
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15. August, 20:00
Glücksmuschis & Performance der grauenfruppe in der Galerie Schaustall, 3300 Amstetten. Galerie Schau-ST.A.LL, Am Kreuzberg 1, www.schaustall.at

30. August
Finissage von exit100marathon & Tourbook 03, Galerie Nemecek, Zur Autobahn 4, 3250 Wieselburg, www.nemecek.at
10. - 17. August
Böllerbauer, Salaberg 36, 3350 Haag
Höhlenforschung einmal anders: Die kleine Göttin bittet zur Andacht.
Im Rahmen des open-air Sommerfestivals in Haag (red)
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