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Ellen DeGeneres mit ihrer Freundin Portia de Rossi
Foto: AP /Chris Weeks

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Jubel über die Homo-Ehe in San Francisco
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San Francisco - Eine "Hochzeit mit Hindernissen" erlebten die Kalifornier Stuart Gaffney und John Lewis. Auf diesen Tag hätten sie 21 Jahre gewartet, jubelten die schwulen Partner am Donnerstag im Rathaus von San Francisco. "Nach dem gleichen Recht, das für alle BürgerInnen Kaliforniens gilt, kann ich endlich meine große Liebe heiraten", sagte der 49-jährige Gaffney, Arm in Arm mit seinem langjährigen Freund.

Ellen DeGeneres kündigte Hochzeit an

Auch Prominente wollen gleich die neuen Möglichkeiten nutzen. Die Komikerin Elle DeGeneres kündigte noch am Donnerstag an, dass sie ihre Freundin, die Schauspielerin Portia de Rossi, heiraten wolle, wie aus Produktionskreisen während der Dreharbeiten zu einer Episode ihrer "Elle DeGeneres Show" verlautete.

Verstoß gegen die Gleichstellungsgesetze

Zusammen mit einem guten Dutzend schwulen und lesbischen Paaren und der Stadt San Francisco waren Stuart Gaffney und John Lewis 2004 als KlägerInnen für die Legalisierung der Ehe für Homosexuelle vor Gericht gezogen. Zwar hatte bei einem Volksentscheid im Jahr 2000 die Mehrheit der kalifornischen WählerInnen für eine Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau gestimmt, doch aus Sicht der KlägerInnen verstieß dies gegen die Gleichstellungsgesetze des Staates. Am Donnerstag fällte das Oberste kalifornische Gericht das in der liberalen Stadt als "historisches Ereignis" bejubelte Urteil: Mit einer knappen Stimmenmehrheit erklärte der Supreme Court des US-Westküstenstaates das bisherige Verbot der Ehe für Lesben und Schwule für verfassungswidrig.

Das bestehende Gesetz verstoße gegen "das grundlegende in der Verfassung verbriefte Recht, eine Familie zu gründen", zitierte der "San Francisco Chronicle" aus dem Urteil. Hunderte schwule und lesbische Paare, einige in Begleitung ihrer Kinder, feierten den Sieg im Rathaus der Stadt, unter Tränen und mit knallenden Sektkorken. Die Behörden machen sich auf einen Ansturm von Heiratswilligen gefasst, wenn die Gesetzesänderung in 30 Tagen in Kraft tritt.

Kampfansagen von konservativen Gruppen

In den Jubel mischten sich aber auch die Kampfansagen konservativer Gruppen, die sich um einen Verfassungszusatz bemühen, der die Ehe allein als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreibt. Sie haben bereits genügend Unterschriften für eine entsprechende WählerInneninitiative bei den Wahlen im kommenden November gesammelt.

Ein Mehrheitsvotum der KalifornierInnen würde das Urteil des Obersten Gerichtshofes überstimmen und damit die Ehe für Homosexuelle wieder abschaffen. 26 US-Staaten haben diesen Verfassungszusatz bereits festgeschrieben. Acht Staaten erkennen derzeit gleichgeschlechtliche Partnerschaften an. Nur Massachusetts - wie jetzt auch Kalifornien - erlaubt die Ehe für Lesben und Schwule.

Heiratspapiere liegen bereit

Die seit zwölf Jahren befreundeten Lesben Elisabeth Kristen und Meli Kigasari schwenkten am Donnerstag strahlend einen Blumenstrauß und ihre frisch beantragten Heiratspapiere hin und her. Am 16. Juni, dem erstmöglichen Termin, wollen sie sich trauen lassen. Schon 2004 waren sie in San Francisco dabei gewesen, als Bürgermeister Gavin Newsom Lesben und Schwule heiraten ließ - und damit gegen geltende Gesetze verstieß. 87 Paare gaben sich damals am ersten Tag das Ja-Wort, Hunderte standen Schlange. Im Minutentakt ging es vier Wochen lang weiter, bis nach 4.000 Eheschließungen ein Richter Einhalt gebot.

Ein halbes Jahr später wurden die Ehen annulliert. "Wir waren vollkommen am Boden, als das damals passierte, aber heute könnten wir nicht glücklicher sein, dass nun endlich unsere Rechte von oberster Stelle anerkannt werden", freute sich Kristen. " (APA / dpa)