Wien - Ein 47-Jähriger, der seine um drei Jahre jüngere Ex-Freundin beharrlich verfolgt und terrorisiert hatte, ist im Wiener Straflandesgericht wegen Stalkings zu sieben Monaten unbedingter Haft und zur Zahlung von 1.000 Euro Entschädigung verurteilt worden. Darüber hinaus muss er sich einer Therapie unterziehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die 44-jährige Wienerin wurde mehr als ein Jahr lang von ihrem früheren Partner verfolgt. Das Ausmaß ging weit über das hinaus, was Gerichte üblicherweise nach dem Stalking-Paragraphen 107 a Strafgesetzbuch zu verhandeln haben: Der Mann tauchte etwa am Arbeitsplatz der Frau auf und soll sich dort bis auf die Unterhose ausgezogen haben, ehe ihn die Polizei abführte. Am Pkw ihres neuen Freundes brachte der 47-Jährige heimlich einen Peilsender an, um das Paar "überwachen" zu können.

Wenige Wochen, nachdem sich die Frau von dem Beamten getrennt hatte, setzten seine Belästigungen ein. Er "pflanzte" sich vor ihrer Wohnung auf, lauerte ihr im Stiegenhaus auf, folgte ihr mit dem Auto, tauchte plötzlich in Lokalen oder beim Heurigen auf, wenn sie sich mit Freundinnen traf. Im vergangenen Sommer wurde wegen beharrlicher Verfolgung zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

Statt sich zu besinnen und die Einstweilige Verfügung zu beachten, mit der ihm untersagt ist, sich seiner Ex-Freundin zu nähern, verfolgte er die 44-Jährige weiter. Sogar in der Woche vor dem Verhandlungstermin am 21. April hatte er nichts Besseres zu tun, als sich am frühen Morgen vor die Wohnungstür seiner Ex-Freundin zu stellen und das Fahrzeug ihres Partners mit einem Peilsender zu versehen.

Ein psychiatrisches Gutachten ergab, dass der Mann zurechnungsfähig ist. Die Richterin hatte die Expertise in Auftrag gegeben. Der Mann lebte, als er seine Ex-Freundin stalkte, zudem schon längst in einer neuen Beziehung. (APA)