Budapest - Die ungarische Polizei hat am Donnerstag das Verbot einer für den 5. Juli in der ungarischen Hauptstadt geplanten Parade von Lesben, Schwulen und Transgender Personen zurückgenommen. Dies teilte die Behörde am Donnerstagabend mit. Das Recht auf Versammlungsfreiheit und das öffentliche Interesse an einer freien Meinungsäußerung habe Vorrang, hieß es in dem Dokument. Am Vortag hatte die Polizei die geplante Veranstaltung mit der Begründung untersagt, dadurch werde der Verkehr "in hohem Maße" beeinträchtigt. Nachdem dies bekannt geworden war, wurde aus dem In- und Ausland gegen das Verbot protestiert - die E-Mail-Adresse des Polizeichefs machte schnell die Runde.

Die 15 Organisationen, die die diesjährige Gay-Pride-Parade veranstalten, hatten auf den ursprünglichen Bescheid mit Unverständnis reagiert und ihn als "willkürliche Auslegung des geltenden Versammlungsrechts" bezeichnet. In den vergangenen Jahren war die Parade entlang derselben Strecke durch die Innenstadt
verlaufen. Die Parade in Budapest war dabei meist von Gegendemonstrationen rechtsextremer Gruppen begleitet worden. Im vergangenen Jahr hatten die GegendemonstrantInnen auch Molotow-Cocktails geworfen.
(APA/dpa/red)