Wien - Der Start für die bereits Ende 2007 beschlossene Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft wackelt. Laut Gesetz soll diese Behörde mit rund 20 Ermittlern per 1. Jänner 2009 eingerichtet werden. Aufgrund der Neuwahlen sind die Verhandlungen zum Budget und damit zu den Planposten aber unterbrochen, bestätigte der Sprecher von Justizministerin Maria Berger, Thomas Geiblinger, einen entsprechenden Bericht der "Presse".

Es gebe nun "zwei Wege", wie man vorgehen könne, hieß es aus dem Justizressort. Entweder man schafft zunächst eine "Rumpfbehörde" - also eine Ausschreibung der Leitungsfunktionen - und die Planstellen werden ausgeschrieben, sobald das Budget steht. Oder das Parlament ändert im Herbst das Gesetz und beschließt einen anderen Starttermin für die Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft. Welcher der beiden Varianten kommt, werde sich in den nächsten Wochen entscheiden.

Die geplante Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft soll sich auf die Verfolgung von Amtsmissbrauch, Geschenkannahme durch Beamte, Bestechung, verbotener Intervention und bestimmter Geldwäschedelikte konzentrieren. Festgeschrieben ist deren Einrichtung in einem Begleitgesetz zu der mit 2008 in Kraft getretenen Reform der Strafprozessordnung. (APA)