Der Lexus war tot. Nach vier Stunden, in denen wir in der Dama Bianca in Duino essen und danach im danebenliegenden Meer schwimmen waren, rührte sich beim Auto gar nichts mehr. Batterie leer. Die Kinder, Alena (16) und Nina (17), lehnten gelangweilt herum. Aber es half nichts, wir brauchten Hilfe und ein Starterkabel. Ich schickte die Mädels los, zurück in die Bar am Meer, irgendwer wird schon helfen können. Auf ihren Einwand, sie könnten doch gar nicht Italienisch, entgegnete ich: "Dann lasst eben euren Charme spielen." Und so trabten sie davon.

Dann passierte: nichts. Die Mädels waren weg und kamen nicht wieder. In der Zwischenzeit organisierte ich Hilfe und Starterkabel, brachte den Wagen alleine wieder zum Laufen.

Von den Mädels: keine Spur. Ich fuhr mit dem Lexus bei der Bar am Meer vor. Darin: die Mädels. Lustig. Beide einen Drink in der Hand, offensichtlich Mojito, Kreisch, kuder und flirt an der Theke, Mario hin und Mario her, der Barkeeper lief augenaufschlagmäßig gerade zur Höchstform auf. Die anderen Jungs rollten das R und hoben ihre Gläser. Bombenstimmung in der Bar. Mittendrin, eher im Mittelpunkt: die Mädels.

Ich war fassungslos, kämpfte mich zur Theke durch. Die Mädels prosteten mir zu. "Der Mario macht aber auch unglaubliche Mojitos!", flöteten sie. Meine Adern schwollen zu Starterkabeln. "Was macht ihr hier? Ich habe gewartet!"

Die Mädels: "Wieso? Du hast doch gesagt, wir sollen unseren Charme spielen lassen."

Ich: "Und die Starterkabel?"

Die Mädels: "Was für Kabel?"