Tikrit/Bagdad - Amerikanische Soldaten haben am Sonntag im Irak einen Sohn des Gouverneurs der Provinz Salaheddin erschossen. Ein Sprecher der irakischen Polizei sagte, der Sohn von Hamad Hammud al-Kaisi sei zusammen mit einem Cousin getötet worden, als US-Soldaten das Haus seiner Tante in der Stadt Baiji (Beiji) gestürmt hätten. Der Sohn des Gouverneurs war nach Informationen der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak 17 Jahre alt.

Die US-Armee erklärte dagegen, die beiden jungen Männer hätten sich zusammen mit einem mutmaßlichen Unterstützer von Al-Kaida- Terroristen in einem Haus in der 200 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Baiji befunden. Der Iraker, der nach Armee-Angaben im Verdacht steht, Terroristen Geld gegeben zu haben, sei verletzt und später gemeinsam mit einem weiteren Terrorverdächtigen festgenommen worden, hieß es.

"Akt der Selbstverteidigung"

Der Sohn des Gouverneurs und sein Cousin hatten laut US-Militär nicht auf die Aufforderung der Soldaten reagiert, das Haus zu verlassen. Die Soldaten seien daraufhin in das Gebäude eingedrungen, in dem sie zwei bewaffnete Männer vorgefunden hätten. "In einem Akt der Selbstverteidigung" hätten sie die Iraker erschossen, erklärte ein Armeesprecher.

In der Provinzhauptstadt Tikrit hieß es am Sonntag, der Gouverneur, der sich zur Zeit in der türkischen Hauptstadt Ankara aufhalte, habe erklärt, er wolle sein Amt so lange niederlegen, bis die irakische Regierung und die US-Armee die Umstände des Todes seines Sohnes aufgeklärt hätten. (APA/dpa)