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Sechs Läufer konnte die Bergwacht mittels eines Hubschraubers retten. Zwei Teilnehmer des "Zugspitzlaufes" starben.

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Die Veranstaltung am 13. Juli war mit 600 Teilnehmern trotz Warnung vor einem Wetterumschwung gestartet worden.

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München – Was wiegt schwerer für Veranstalter von Extremsport-Veranstaltungen? Die Verantwortung für die Teilnehmer oder der freie Wille der Sportler selbst, die unbedingt starten wollen? Diese Frage muss nach dem Kältetod von zwei Bergläufern auf der Zugspitze nun das Gericht entscheiden. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Veranstalter, Peter K. von "getgoing", wegen fahrlässiger Tötung. Dem Fotografen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Wie berichtet, war die Veranstaltung am 13. Juli mit 600 Teilnehmern trotz Warnung vor einem Wetterumschwung gestartet worden. Einer der Teilnehmer, Urs Willmann, schildert in der Zeit, dass fast alle Läufer unbedingt "hoch" wollten.

"Hab schließlich bezahlt", oder "Ich wollte ein Abenteuer, heute krieg ich's", waren die Argumente. Der Veranstalter habe warme Kleidung empfohlen, Vorschriften gab es keine. Auf 2200 Meter Höhe habe er einem schlotternden Läufer seine Jacke überlassen, schildert Willmann, der selbst mit mehr als nur kurzer Hose und T-Shirt unterwegs war. Als das Rennen abgebrochen wurde, seien noch 114 Läufer in der Wand gewesen. Zwei davon, Uwe M. aus Witten und Hans P. aus Ellwangen, starben an Herzversagen nach akuter Unterkühlung. (simo/ DER STANDARD Printausgabe 21.7.2008)