Wien - Sogar am Sonntagmorgen habe bei ihm „ununterbrochen das Telefon geläutet", erzählt Fritz Dinkhauser: „,Bleib in Tirol!‘, sagen mir die Leut." Dinkhauser will sich durch die Skeptiker aber zu keinem Schnellschuss hinreißen lassen. Die Entscheidung, ob er bei den Nationalratswahlen antreten wird, werde erst am Montagabend fallen. Ab 18 Uhr wird sich der Kandidat in spe mit jenen 100 Mitstreitern beraten, die der „Liste Fritz Dinkhauser - Bürgerforum Tirol" im Juni zum Einzug in den Tiroler Landtag verholfen haben.

Dinkhauser kann bei bundesweiter Kandidatur in ÖVP bleiben

Am Sonntag hatte VP-Seniorenchef Andreas Khol angekündigt, bei einer bundesweiten Kandidatur seines "Bürgerforums" bei der Nationalratswahl Dinkhauser nicht aus der ÖVP auszuschließen. Man wolle aus dem früheren Tiroler AK-Chef keinen "Märtyrer" machen, sagte er als einer der maßgeblichen Politiker der Tiroler Volkspartei.: "Ich glaube, das wird ein schlampiges Verhältnis. Man schmeißt ihn nicht hinaus, weil man niemanden hinausschmeißt und keine Märtyrer macht."

Dinkhauser selbst vertritt laut Khol die Meinung, dass er mit der Gründung seiner neuen Partei automatisch die ÖVP-Mitgliedschaft verloren hat. "Ich glaube das nicht. Ich glaube, er ist ÖVP-Mitglied und ich bin überzeugt, dass ihn die ÖVP nicht hinauswerfen wird", betont Khol. Man dürfe Reisende nicht aufhalten und müsse tolerant sein. Selbst wenn Dinkhauser seine Beitragszahlungen einstellen sollte, wäre kein automatischer Verlust der Parteimitgliedschaft vorgesehen, sagt Khol.

Listengemeinschaft mit Dinkhauser

Karl Nowak von der Liste "Rettet Österreich" ist weiterhin bestrebt, eine Listengemeinschaft mit Dinkhauser zu bilden. Auf Anfrage der APA sagte Nowak am Sonntag, "es gibt noch Gespräche mit Dinkhauser. Definitiv wird es Montag abend klar sein". Er würde jedenfalls ein gemeinsames Antreten vorziehen: "Wir sind generell der Meinung, dass ähnliche Gruppe, die gemeinsam antreten, mehr erreichen können. Aber von unseren Grundsätzen werden wir nicht abrücken".

Unklar ist auch noch, ob die Ärztegruppe "Die Weißen" ebenfalls die Dinkhauser-Gruppe unterstützen oder eigenständig kandidieren. Von der Weißen-Führung war am Sonntag vorerst niemand erreichbar. (jo/DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2008/APA)