London - Die Herkunft der Haare klingt nach einem Abenteuer für sich: Im Jahr 2003 will ein Waldarbeiter im Dschungel des nordöstlichen indischen Bundesstaates Meghalaya ein Yeti-ähnliches Wesen, das die Einheimischen Mande Barung nennen,  an drei aufeinander folgenden Tagen beobachtet haben. Wenig später entdeckte ein Inder die mysteriösen Tierhaare in dem Waldstück. Heuer, fünf Jahre später, überreichte der Mann die zwei dieser Haare an den BBC-Reporter Alistair Lawson, der sie dem britischen Primatenexperten Ian Redmond zur Untersuchung weitergab.

Nun sollen DNA-Analysen in zwei Laboratorien in Oxford and Cardiff Aufschluss darüber geben, von welchem Wesen die Haare tatsächlich stammen könnten. Erste mikroskopische Untersuchungen haben bereits Ungewöhnliches zutage gebracht: Die Proben zeigten sowohl Eigenschaften menschlicher Haare als auch Charakteristika von Orang-Utan-Fell. Darüber hinaus würden sie jenen Haaren ähneln, die der Erstbesteiger des Mount Everest, Sir Edmund Hillary, in den 1950er Jahren aus dem Himalaya mitgebracht hatte, meint Redmond am Montag.

Bereits vergangene Woche wurden die Proben mit Haaren von Bären, Yaks, Wildschweinen und verschiedenen Primatenspezies verglichen. Doch die beiden 3,3 und 4,4 Zentimeter langen Haare konnten keiner dieser Tierarten zugeordnet werden.

Neue Art?

Der Primatenexperte hält es daher für möglich, dass die Haare von einer bislang unbekannten Art stammen. "Mit etwas Glück werden die DNA-Analysen mehr Aufschluss bringen", sagte Redmond. (APA/red)