Wien - Die OMV kündigte am Mittwoch an, österreichweit nur mehr die schwefelarme Heizölsorte "Vitatherm" vertreiben zu wollen. Im Herbst 2007 testete der heimische Mineralölkonzern gemeinsam mit BP den Markt in Oberösterreich. Das Öl ist so stark entschwefelt wie Dieseltreibstoff (0,001 Prozent Schwefelanteil). Die OMV verspricht, dass man damit bei einer herkömmlichenAnlage um fünf Prozent weniger Verbrauch erreiche (vom der Standard befragte Experten sagen, "bis zu fünf Prozent" ). Gemeinsam mit einem neuen Öl-Brennwert-Kessel sei ein Einsparpotenzial von rund 40 Prozent möglich, wird versprochen.

Flächendeckende Umstellung

Beim Verband der Mineralölindustrie heißt es, dass die Umstellung auf das annähernd schwefelfreie Heizöl in Österreich bald flächendeckend abgeschlossen werde, es gebe nur mehr "wenige Restlager" von schwefelhaltigem Heizöl. Für Letzteres wurde im Juli die Mineralölsteuer um drei Cent pro Liter erhöht, für schwefelarmes Öl hingegen nicht. Die OMV wollte am Mittwoch noch keine Angaben zu Preisen machen, die Branche rechnet aber damit, dass der Preis jenem von Schwefel-Heizöl gleicht, dass die höheren Kosten für die Entschwefelung durch den Steuervorteil im Endkundenpreis kompensiert wird.

Gestiegener Absatz

Heizöl-Absatz stieg im ersten Halbjahr 2008 mit 810.000 Tonnen um 26 Prozent. Dies sei aber auch mit dem milden Winter 2007 zu erklären, der den Verbrauch einbrechen ließ, so der Mineralölindustrie-Verband. Viele hätten im Frühjahr ihre Öltanks wieder aufgefüllt, auch in Hinblick auf die Erhöhung der Mineralölsteuer und eventuell weiter steigende Preise. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.8.2008)