Paris  - 13 Tage nach dem Ende der Tour de France ist der französische Radprofi Jimmy Casper als fünfter Fahrer des Dopings überführt worden. Dies bestätigte der Chef der Französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD), Pierre Bordry, am Samstagabend in Paris. Casper sei positiv auf eine "verbotene Substanz" getestet worden und habe kein Attest für die Einnahme von Kortikoiden vorlegen können.

Damit ist den Fahndern erstmals ein Profi des Gastgeberlandes, das sich seines strikten Anti-Doping-Kurses rühmt, ins Netz gegangen. Sein französisches Agritubel-Team suspendierte Casper vorläufig, berichtete die Sporttageszeitung "L'Equipe" auf ihrer Internetseite.

Fünter Fall

Casper ist nach Moises Duenas Nevado, Manuel Beltran (beide Spanien), Riccardo Ricco (Italien) und Dimitri Fofonow (Kasachstan) der fünfte Dopingfall der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Der 30-Jährige war nach der 17. Etappe hinauf nach L'Alpe d'Huez wegen Überschreitung des Zeitlimits ausgeschieden. Seinen größten Erfolg hatte Casper 2006 gefeiert, als er die 1. Etappe der Tour gewann. Bei der Deutschland-Tour 1999 hatte er zudem vier Etappensiege für sich verbuchen können.

Am Donnerstagabend hatte die AFLD einen Bericht vorgelegt, der den fünften Dopingfall der 95. Tour angedeutet hatte. Es seien in der Probe eines damals namentlich nicht genannten Fahrers, der kein entsprechendes Attest hatte, Spuren von Kortikoiden gefunden worden. Casper könnte vor den französischen Radsport-Verband vorgeladen werden, um das Testergebnis zu erklären, sagte Bordry am Sonntag.

13 Fahrer auffällig

Nach dem AFLD-Bericht haben die Testergebnisse von 13 Fahrern bei den 218 Doping-Kontrollen auf französischem Boden Auffälligkeiten gezeigt. Allerdings hätten acht Profis Ausnahme-Genehmigungen des Weltverbandes UCI und der AFLD für den Einsatz verschiedener Medikamente vorgelegt.(APA/ag.)