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Ein Daheimgebliebener. Die Republikaner wollten seine Rede nicht, daraufhin wollte Schwarzenegger nicht mehr zum Parteitag.

Foto: REUTERS/Mario Anzuoni

Hamburg/Wien - Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" begründet, warum er seine geplante Rede beim Parteitag der Republikaner Anfang September abgesagt hat. "Ich sollte auf diesem Parteitag über den Kriegshelden John McCain reden. Meine Rede, über die Notwendigkeit einer Rückkehr zur Mitte, war nicht erwünscht."

Spekulationen, er könnte zu den Demokraten überlaufen, wies Schwarzenegger aber als "Wunschdenken der Kennedys", zurück, deren Clan auch seine Frau Maria Shriver angehört: "Ich werde nie zum Demokraten werden, nicht in diesem Leben, und schon gar nicht in meinem nächsten Leben."

Obama ist nicht "der Teufel auf Erden"

Zum demokratischen Kandidaten Barack Obama meinte der republikanische Gouverneur, er respektiere ihn als Menschen und Politiker: "Wenn ich die Wahl zwischen ihm und McCain habe, würde ich mich für McCain entscheiden, das heißt aber nicht, dass Obama der Teufel auf Erden ist."

Auf die Frage, ob die streng konservative Sarah Palin eine gute Wahl als McCains Vizepräsidentschaftskandidat war, sagte Schwarzenegger: "Für mich war sie die größte Überraschung. Vielleicht wäre ja auch Joseph Lieberman ein guter Kandidat gewesen, der als Unabhängiger im Senat sitzt. Mit ihm hätte McCain wirklich ein Zeichen für Überparteilichkeit gesetzt."

Nicht prinzipiell abgeneigt zeigte sich Schwarzenegger dem Gedanken gegenüber, in die Regierungsmannschaft eines künftigen US-Präsidenten einzutreten - unter McCain, aber auch unter Obama: "Das kann ich mir schon vorstellen, aber ich kann mir nicht vorstellen, jetzt Kalifornien zu verlassen und die Geschäfte einem Nachfolger zu überlassen. Erst muss ich mein Versprechen gegenüber Kalifornien erfüllen, dann kann ich mich mit dem Gedanken befassen, in der neuen Regierung zu arbeiten." (APA)