"Lava" von Studio Vertijet für COR.
Sitzen oder Liegen, das ist wie Weiß oder Schwarz. Aber Lava bewegt sich lieber in einer Art Grauzone, korrespondiert mit den vielfältigen fließenden Übergängen zwischen aufrechter Haltung und bodenwärts gleitendem Körper - so wie es sich für die vielfältigen Anforderungen, die man an ein Sofa stellen kann, auch gehört. Studio Vertijet hat ein Modell entwickelt, das Sitz-, Liege-, Lounge-Möbel in einem ist. Fließende Formen laden ein, sich auf mehreren Ebenen und in verschiedensten Positionen zu entspannen. Das Thema Sitzlandschaft wurde mit "Lava" um eine neue Dimension erweitert: nämlich um jene der tektonischen Verschiebung.

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"Smith" von Rodolfo Dordoni für Minotti.
Minottis Haus- und Hofdesigner Rodolfo Dordoni schuf mit "Smith" ein gepolstertes Stück Ruhe, das auch inmitten eines hyperaktiven Umfelds Raum findet. Mit großer Sitztiefe - schließlich verleiht erst liegendes Lümmeln dem Lounger die nötige Relaxtheit - dockt "Smith" dabei an die Pseudo-Vorgaben der Freizeitgesellschaft an. Flexibilität ist da die nötige Kehrseite. Dordoni reduziert aber auch hier: Einfache Handgriffe genügen, um die Armlehnen, Dekokissen und Rückenlehnen unterschiedlicher Abmessung für die perfekte Lage zu arrangieren.

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Corner von Paolo Piva für Wittman.
Die markante Öffnung, die Bewohner traditioneller Sitzlandschaften einst vermissten und die sie mitunter veranlasste, über Lehnen oder Gäste zu steigen, ist das eine Novum von "Corner". Der Umstand, dass es sich um eine Art missing link zwischen Sofa und Eckgarnitur handelt, das zweite. Paolo Piva kann dem jüngeren Comeback dieses Polstermöbelgenres so eine neue Komponente abgewinnen - jene der Exitstrategie. Und der gut gepolsterten Bank nach dem geselligen, gemeinsamen Essen eine kleine, improvisierte Mütze Schlaf.

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"Alcove Highback" von Ronan und Erwan Bourroullec für Vitra.
Der geschärfte Blick für sich verändernde Realitäten und das frühzeitige Erkennen neu entstehender Bedürfnisse hat den bretonischen Brüdern Ronan und Erwan Bourroullec seit jeher den Ruf der Avantgardisten eingebracht. Nicht, dass dieser Blick nach vorne nicht auch historische Möbeltypologien untersuchen würde: Stand beim Entwurf des Sofas "Alcove" doch das Exil des Bürgers im Ohrenfauteuil Pate. In der Version Alcove Highback zeigt das programmatische Möbel am unmittelbarsten, was Sofas der neuen Generation mitunter noch sein können: nämlich den Raum gliedernde Elemente, die dank hochgezogener, trennender Rücken- oder Seitenwände kleine Nischen des Privaten schaffen können.

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Modell "My beatiful backside" von Doshi/Levien für Moroso.
Wenig Scheu vor dem Scheintod der Postmoderne bewiesen die Londoner Designer Hipa Doshi und Jonathan Levien, die für Moroso ihren indischen Wurzeln nachspürten - und dabei den Reiz der individuellen Collage entdeckten. Anders als die vielen Sofa-Entwürfe aus der zuletzt übergestülpten Zeitlosigkeits-Retorte sieht nämlich "My beautiful Backside" aus: Ein Hauch Countryside-Oma, eine Touch Maharadscha-Art-déco, Filz, der an die steifen Krägen der Raj-Ära-Schnösel erinnert, Seidenpolster mit unpassend großen, bunten Knöpfen - ein Stück Möbel mit dem Charme einer alten Basar-Plaudertasche.

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"Vero" von Rolf Benz.
"Architektur des Sitzens" nennt man bei Rolf Benz die seit vier Jahrzehnten gepflogene Perfektionierung von Polstermöbeln. Resultat dieser Bemühungen sind Produkte der Sofa-A-Klasse mit diskreter Einlull-Qualität. Diese adelt auch das Modell "Vero" und reiht es unter die Rubrik stille, tiefe Wasser - Pardon Polster. Dank einer innovativen Polsterung kann auf die bei vielen Sofas erforderliche rückwärtige Absenkung der Sitzfläche verzichtet werden. Die Funktionen sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, aber: Rückenhöhe und Sitztiefe lassen sich für jeden Sitzplatz verstellen und ermöglichen so individuelle Sitz- und Liegepositionen. (Robert Haidinger/Der Standard/ rondo/12/09/2008)

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