Sly & Robbie/Amp Fiddler: "Inspiration Information"
Amp Fiddler, der junge Soulsänger aus Detroit mit einem Monsteralbum namens Waltz Of The Ghetto Fly und einer Vergangenheit als Musiker bei Funk-Gott George Clinton im Gepäck, reiste für zwei Tage nach Jamaika, um dort mit der besten Rhythmusgruppe der Welt (Bob Marley, Grace Jones...) eine Werksichtung im Zeichen des beseelten Reggae zu unternehmen. Inklusive George Clintons altem zeitlosem Hadern Blackhouse (Paint The White House Black) entstand so neben Al Greens ebenfalls heuer mit ungewöhnlicher Begleitung (The Roots) erschienenem Lay It Down eine der beeindruckendsten Black-Music-Arbeiten des Jahres. Groß, mächtig, soulful. (Strut/Hoanzl)

Link:
www.strut-records.com/inspirationinformation

Foto: Cover

Juana Molina: "Un Dia"
Die argentinische Sängerin mit der dunklen Altstimme zählt neben PJ Harvey oder Carla Bozulich zu den avanciertesten Songwriterinnen im Sperrgebiet einer durchaus verträglichen Avantgarde. Basierend auf dem Fundament einer gezupften Wandergitarre (und wohl auch ein wenig Powerbookerei) geht es rechts hinten am Folkidyll vorbei direkt in die dunklen Bereiche des Lebens. Gänsehaut. Angst. Diese Lieder sind von der Intensität her durchaus vergleichbar mit der sträflich unterschätzten Lhasa De Sela. (Domino/Hoanzl)

Link:
www.juanamolina.com

Foto: Cover

Parts & Labor: "Receivers"
In der Schule von großen Alten wie Hüsker Dü oder Mission Of Burma entsteht in Brooklyn derzeit der heißeste Scheiß in Sachen eines durchaus melodieseligen Noise-Rock mit der Betonung auf Pop und hymnischen Melodien. Das stürmt, das drängt - und am Gesang gibt man sich nicht der Versuchung hin, zu dem mit Elektronik aufgeladenen Hauruck auch noch wie ein junger Stier zu schreien. Na ja, manchmal passiert es dann doch. Beim jungen Menschen wirkt es ja auch noch nicht so peinlich, wenn er um sein Alleinstellungsmerkmal in der Welt mit erheblichem Behauptungsdrang kämpft. Trotz besserer Songs leider nicht so gefeiert wie die New Yorker Kollegen TV On The Radio. (Jagjaguwar/Trost)

Link:
www.partsandlabor.net

Foto: Cover

Terry Lynn: "Kingstonlogic 2.0"
Die jamaikanische Sängerin verzichtet auf die altbewährten Reggae-Beats und legt unter ihre Betrachtungen des Ghettolebens in Kingston knüppelharte Electro-Beats im Zeichen von Dancehall und technoiden Brettern wie sie auch die französischen Wunderknaben Justice produzieren. (Phree Music/Hoanzl)

Link:
www.phreemusic.com

Foto: Cover

Antony and The Johnsons: "Another World"
Als Vorbote eines Anfang 2009 erscheinenden dritten Studioalbums veröffentlicht der New Yorker Künstler vier neue kammermusikalisch gehaltene Klavierballaden in altbewährter Form. Zu großer Form allerdings gelangt er bei "Shake That Devil". Ein mit bestialischem Saxophon und Feedbackgitarre aufgeladener Gospel-Punk-Stampfer, mit dem man diverse innere Schweinehunde austreiben kann. (Rough Trade/Edel)

Link:
www.antonyandthejohnsons.com

Foto: Cover

B. Fleischmann: "Angst Is Not A Weltanschaung"
Der sanftmütige Wiener Elektroniker geht auf seinem neuen Album wieder noch einen Schritt weiter Richtung klassisches Songwriting. Er veröffentlicht mit Gästen wie Marilies Jagsch oder Christof Kurzmann die bis dato beste und anrührendste Arbeit seiner Karriere. Großes Kino! (Morr Music)

Link:
www.bfleischmann.com

Foto: Cover

Matt Eliott: "Howling Songs"
Der ehemals mit Third Eye Foundation im Fahrwasser von Spacemen 3 aktive pschonautische Brite untersucht nach bereits solo veröffentlichten Trink-, Absturz- und Untertgangsliedern nun im imaginären Balkanfolklore-Fach das große Heulen. Wem vergleichbare junge Kollegen wie Zach Condon und Beirut zu lebensfroh sind: Leute, das hier wird euch fertigmachen! (Trost)

Link:
www.thirdeyefoundation.com

Foto: Cover

Psychic TV: "Mr. Alien Brain Vs. The Skinwalkers"
Genesis P. Orridge, pansexuelle Mutter der Industrial Music, veröffentlicht nach dem Tod seines Lebensmenschen Lady Jaye Breyer im Vorjahr eine ganz im Zeichen des klassischen New York-Sounds von Velvet Underground (Coverversion: "Foggy Notion"), frühen Electro-HipHop-Beats und kaltschnäuziger Smartheit stehendes Album. Aufgeladen mit sinistren Samples und mit Gästen wie Michael Gira schafft er so nach einer langen durststrecke endlich wieder ein hörbares Album. Angry Love. (Sweet Nothing)

Link:
www.genesisp-orrige.com

Foto: Cover

Fujiya & Miyagi: "Lightbulbs"
Die britische Band untersucht die menschenfreundlicheren Seiten des klassischen Krautrock (Can, Neu!, Cluster....) und lädt ihn mit ein wenig Dancefloor-Wumme auf. Sympathischer als die vergleichbaren Kollegen Hot Chip. Aber bei weitem nicht so erfolgversprechend. (Gronland/Hoanzl)

Link:
http://fujia-miyagi.co.uk

Foto: Cover

Deerhunter: "Microcastle"
Erhabenes, neu gesichtetes psychedelisches songwriting, das Radiohead im Falle der klassischen frühen Pink Floyd immer mitdenkt - aber dann auch wieder darauf vergisst. Drogen spielen eine große Rolle. Aber auch weite melodische Bögen und erhabenes Bala-Balla. (Kranky/Edel)

Link:
http://deerhuntertheband.blogspot.com

Foto: Cover