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Im Westen lächelt der zukünftige Bundeskanzler Werner Faymann nur von Plakaten. Damit müssen sich die WählerInnen aus den westlichen Bundesländern auch begnügen. Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg stellen keine Regierungsmitglieder.

Foto: AP/KERSTIN JOENSSON

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Grafik: APA

Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind leer ausgegangen. Die vier am weitesten von Wien entfernten Bundesländer stellen keine Vertreter in der neuen Bundesregierung. Dafür wurden die Länder im Osten reichlich mit Staatssekretär- und Ministerämtern bestückt. Aus Wien kommen gleich sechs Regierungsmitglieder, vier kommen aus Oberösterreich, je drei aus Niederösterreich und dem Burgenland, sowie zwei aus der Steiermark. Fluch oder - angesichts der bald nahenden Landtagswahlen - Segen für die westlichen Bundesländer?

"Wir haben kein Problem damit." Franz Lutz, Landesgeschäftsführer der SPÖ Vorarlberg, sieht es gelassen, dass Vorarlberg keinen Minister stellt. "Wenn wir die Minister brauchen, kommen sie zu uns", ist er überzeugt. "Wir sind zufrieden", und wenn es ein Problem gäbe, müsse man eben von selbst darauf aufmerksam machen: "Das ist weder positiv, noch negativ."

"Was für Österreich gut ist, ist für Kärnten gut"

"Uns geht es um Inhalte, weniger um Personen." Auch in Kärnten findet man sich damit ab, dass man in der Regierung nicht vertreten ist. "Wir gehen davon aus, dass wir von den anderen Ministern genauso gut vertreten werden", sagt SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger im Gespräch mit derStandard.at. "Die Politik muss gut sein", stellt er fest - und gibt sich ganz solidarisch: "Was für Österreich gut ist, ist für Kärnten gut."

Salzburg stellte in der "alten" Regierung mit SPÖ-Sozialminister Erwin Buchinger zumindest noch einen Minister. Dass die Salzburger nun ohne Minister dastehen, kommentiert ÖVP-Landesgeschäftführer Anton Santner folgendermaßen: "Froh ist man immer, wenn man einen Minister stellen kann. Diesmal sollte es nicht sein." Es wäre schön gewesen, aber es obliege der Bundespartei, so Santner. Für ihn ist aber klar, dass man nicht auf alle Wünsche eingehen kann: "Das passt schon. Die ÖVP hat die alte Krankheit, alle berücksichtigen zu wollen." Santner betont, dass es sehr wohl Personen in der ersten Reihe gibt, die aus dem Westen kämen - etwa der neue Klubchef Karlheinz Kopf, Tirols Landeshauptmann Günther Platter, der einer der Stellvertreter Josef Prölls ist, und die neue Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, die immerhin in Salzburg aufgewachsen ist.

Wahlreigen im kommenden Jahr

2009 finden Landtagswahlen in Salzburg, Kärnten und Vorarlberg statt. Mitunter wohl auch ein Grund, warum die Ländervertreter so gelassen reagieren. Die streiten das jedoch freilich ab, dass das der Grund dafür sein könnte. So meinte etwa Salzburgs ÖVP-Landesgschäftsführer Sander: "Wegen der Regierungsbeteiligung ist bis jetzt noch kein negativer Trend zu spüren." Bis zu den Landtagswahlen sind auch noch ein paar Monate Zeit. (rwh, derStandard.at, 1.12.2008)