Heinz Prüller hat schon viele Bücher geschrieben. Das ungefähr 70. wird in Kürze erscheinen (Residenzverlag) und die vergangene Formel 1-Saison zum Thema haben.

Foto: Residenzverlag/Lukas Beck

Seit er lesen konnte, wollte Heinz Prüller Sportreporter werden. In zehn Jahren sieht sich der heute 67-Jährige "sicher weiter dem Sport verbunden", meint er im E-Mail Karriere-Telegramm von derStandard.at/Karriere. Prüller arbeitet seit 1965 für den ORF. Bis jetzt hat er "zwischen 600 und 700" Formel 1-Rennen kommentiert. Damit ist er Weltrekordhalter in dieser Disziplin. Dazu gesellen sich noch ca. 1.000 Ski-Weltcuprennen und Berichte von 23 Olympischen Spielen. Nebenbei hat er noch "ca. 70" Bücher geschrieben.

derStandard.at: Wie sieht der "typische" Arbeitstag von Heinz Prüller aus?

Prüller: Frühstück mit meiner Freundin Barbara, vormittags Telefonate mit wichtigen Sportlern und Formel 1-Piloten, über Mittag schreibe ich verschiedene Stories, nachmittags Training alleine oder mit Doktor Babsi, abends oft ein Event oder ich moderiere selbst eine Veranstaltung.

derStandard.at: Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Prüller: Ganz verschieden, beim 24 Stunden Rennen von Le Mans war ich heuer 40 Stunden nonstop wach und im Einsatz.

derStandard.at: Was machen Sie in der Formel 1 freien Zeit?

Prüller: Gibt es nicht wirklich, weil Testfahrten, Fahrertransfers etc. Außerdem Skiweltcup und vor allem längere Ferien mit meiner Freundin.

derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?

Prüller: Viel Schlaf, abschalten und andere Interessen pflegen, Kunst, Kultur, Musik etc.

derStandard.at: Wer oder was nervt Sie am meisten in Ihrem Job?

Prüller: Die langen Überseeflüge in der Economy Class und oft extreme Zeitunterschiede. Technische Probleme bei Übertragungen, zuletzt die miserable Telefon-Tonleitung beim WM Finale in Brasilien.

derStandard.at: Was war Ihr bis jetzt größter Karriereerfolg?

Prüller: Mit 21 Sportchef der damals größten Tageszeitung "Express", später ORF-Hauptabteilungsleiter Sport (Hörfunk), danach Chefreporter Sport im ORF-Fernsehen.

derStandard.at: Was wollten Sie als Kind werden?

Prüller: Sportreporter, seit ich lesen konnte.

derStandard.at: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Prüller: Dann wäre ich so alt wie Bernie Ecclestone jetzt,... sicher weiter dem Sport - nicht nur der Formel 1 - verbunden. Privat: Happy Family Man in der Natur.

derStandard.at: Wollten Sie selbst einmal Rennfahrer werden?

Prüller: Nicht genug Talent, aber ein paar kleine Rennen habe ich bestritten, zum Teil sogar gewonnen. Außerdem durfte ich schon viele Formel 1 Autos probieren u.a. den Mercedes-Silberpfeil von Fangio.

derStandard.at: Wie alt ist Ihr Foto, das in der "Kronen Zeitung" neben Ihren Artikeln prangt?

Prüller: Keine Ahnung.

derStandard.at: Wie viele Formel 1 Grand Prix haben Sie schon kommentiert und wie viele Bücher haben Sie schon geschrieben?

Prüller: Formel 1 Rennen zwischen 600 und 700, Bücher ca. 70, dazu 1000 Weltcup Skirennen und 23 Olympische Spiele für Fernsehen, Radio und Zeitung.

derStandard.at: Wie schaffen Sie es, das Banalste vom Banalen noch nach all den Jahren aus Ihrem Gedächtnis abzurufen?

Prüller: Weil der liebe Gott und meine Eltern mir ein fotografisches Gedächtnis geschenkt haben...

derStandard.at: Was war das "nutzloseste" Wissen, das Sie je über einen Sportler gesammelt haben?

Prüller: Was wirklich nutzlos ist, entweicht irgendwann sowieso aus dem Hirnkastl.

derStandard.at: Wer war bis jetzt der unangenehmste Interviewpartner?

Prüller: Eigentlich keiner.

derStandard.at: Was wäre die Formel 1 ohne Heinz Prüller und was wäre Heinz Prüller ohne die Formel 1?

Prüller: Antwort 1: genau so spannend, aber vielleicht weniger unterhaltsam und weniger informativ, weniger Background.
Antwort 2: mehr Zeit für Skisport, Fußball und vor allem meine Freundin.

derStandard.at: Mögen Sie Niki Lauda oder Gerhard Berger lieber?

Prüller: Beide gleich. (om, derStandard.at, 3.12.2008)