Karachi - In der pakistanischen Hafenstadt Karachi sind bei Zusammenstößen zwischen Anhängern rivalisierender Parteien nach offiziellen Angaben mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Nach Angaben von drei Krankenhäusern wurden seit Samstag 35 Leichen und 268 Verletzte eingeliefert. Für die Ausschreitungen werden Anhänger der Regierungskoalition MQM und der nationalistischen Paschtunenpartei ANP verantwortlich gemacht. Vertreter beider Parteien stritten eine Beteiligung ihrer Mitglieder ab. Zur Unterstützung der Polizei setzten die Behörden auch 800 Soldaten einer paramilitärischen Einheit ein. Trotzdem gab es am Montagnachmittag immer noch vereinzelte Schusswechsel.

Am Wochenende hatten Randalierer in Karachi zahlreiche Häuser und Geschäfte in Brand gesetzt, viele Bewohner gingen aus Angst nicht aus dem Haus. Schulen und viele Tankstellen blieben geschlossen. Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani forderte die Behörden auf, strikt gegen die Ausschreitungen vorzugehen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spannungen zwischen den urdusprachigen Anhängern der MQM und Paschtunen aus der nordwestlichen Grenzregion Pakistans gegeben, die zum Arbeiten nach Karachi gekommen waren. (APA)