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Demonstranten stürmten die Zentralbank in Reykjavik

Foto: AP/Gunnarson

Reykjavik - Hunderte Demonstranten haben am Montag die isländische Zentralbank gestürmt und den Rücktritt von Notenbankchef David Oddsson gefordert. Sie machen ihn mit für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes verantwortlich. Die Demonstranten schlugen zuerst gegen die Glastür der Bank und wurden etwas später dann in das Gebäude hereingelassen. im Foyer forderten sie in Sprechchören dann den Rücktritt Oddssons.

"Die Regierung hat Roulettes gespielt und das ganze Land hat verloren", sagte der Schriftsteller Einar Mar Gudmundsson am Montag auf einer friedlichen Kundgebung vor mehreren Tausend Menschen in Reykjavik. Island feierte an diesem Tag eigentlich den 90. Jahrestag des Beginn seiner Unabhängigkeit am 1. Dezember 1918 von Dänemark. Die volle Unabhängigkeit erlangte das Land 1944. Die gegenwärtige Finanzkrise, die Island besonders hart getroffen hat, hat aber alles überschattet. Einen Rücktritt hat Ministerpräsident Geir Haarde bisher abgelehnt.

Am Wochenende hatten tausende Demonstranten vor dem Parlament auch den Rücktritt von Ministerpräsident Geir Haarde gefordert. Beide werden dafür mitverantwortlich gemacht, dass die zusammengebrochenen größten Banken den 320.000 Bürgern der Atlantikinsel eine gigantische Schuldenlast aufbürden konnten.

Die isländische Krone hat innerhalb von zwölf Monaten drei Viertel ihres Wertes verloren. Nach den zunehmenden Protesten jeweils am Samstag entwickelten sich am Montag auch Veranstaltungen zum 90. Jahrestag von Islands Staatsgründung 1918 zu Protesten gegen die Urheber der akuten Banken- und Finanzkrise. Die Regierung in Reykjavik konnte den drohenden Staatsbankrott nur durch Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie mehrerer Staaten abwenden. (APA/AP)