Seit die mobile Kommunikation sich in unseren Breiten etabliert hat, stehen Handys und Übertragungsmasten im Verdacht, diverse Krankheiten auslösen zu können. Bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag in Wien wurde der aktuelle Stand der Wissenschaft zum Thema "Krebs und Mobilfunk - Was sagt die Epidemiologie?" präsentiert. Das Fazit: Wirkliche Sorgen muss sich offenbar niemand machen

Risiko

Dr. Brigitte Schlehofer vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg: "Für regelmäßigen und moderaten Gebrauch gibt es kein erhöhtes Krebsrisiko." Allerdings wüsste man generell zu wenig, speziell über Langzeit-Intensiv-Nutzer. Hier sei die Datenlage noch nicht ausreichend. Auch bezüglich des Risikos für eine Tumorentwicklung bei Kindern gebe es nur wenige Studienergebnisse. Eine aktuelle Untersuchung zu kindlicher Leukämie und TV- und Radio-Sendeanlagen konnte jedenfalls kein erhöhtes Risiko nachweisen.

Tumor

So habe man laut der Wissenschafterin auch das Problem, dass man bei Hirntumoren keine wirklichen Risikofaktoren kennt. Ein Anstieg der Erkrankungen Mitte der 70er und 80er Jahren in Deutschland sei auf eine bessere Diagnostik durch CT bzw. MRT zurückzuführen. Seit den 90er Jahren sei kein weiterer Anstieg bei Hirntumoren zu beobachten

Anfang

Der Altersgipfel bei der Häufigkeit von Hirntumoren beträgt laut Schlehofer 75 Jahre - zu Beginn der entsprechenden Studien Ende der 90er Jahre hat diese Altersgruppe ab er noch kaum ein Mobiltelefon genutzt, was Langzeituntersuchungen schwierig mache. Ein weiteres Problem für die Wissenschafter: Von etwa 100 Teilnehmern an der Veranstaltung des Forums Mobilkommunikation und der Forschungsgemeinschaft Funk wussten nur zwei Personen, in welchem Monat sie mit der regelmäßigen Handynutzung begonnen hatten, geschweige denn welches Modell es damals war. Entsprechend fehlen diese Daten auch bei aufwendigen Studien in der Praxis. (APA)