In Frankreich stehen seit Dienstag drei junge Frauen vor Gericht, die vor gut drei Jahren einen Hochhausbrand mit 18 Toten ausgelöst haben sollen. Die heute 19 bis 21 Jahre alten Angeklagten müssen sich vor dem Jugendgericht in Creteil östlich von Paris verantworten.

Sie sollen im September 2005 im Eingangsbereich eines Wohnblocks ein Feuer gelegt haben, das zwar schnell gelöscht wurde, aber zu tödlichem Rauch im Treppenhaus führte. Zwölf Bewohner starben auf der Flucht ins Freie im Treppenhaus, sechs weitere erlagen im Krankenhaus einer Rauchvergiftung. Unter den Toten waren drei Kinder; weitere 28 Menschen wurden verletzt.

Die Mädchen - von denen eines in dem Wohnblock in L'Hay-les-Roses lebte - wollten eine andere Jugendliche ärgern, mit der sie sich überworfen hatten. Sie gaben zu, in deren Postkasten ein Feuer gelegt zu haben. Dazu kam laut Ermittlungen, dass mehrere Brandschutzbestimmungen in dem Hochhaus nicht eingehalten wurden und sich etwa im Eingangsbereich brennbares Material befand. Die jüngste Angeklagte war seinerzeit erst 15 Jahre alt und muss sich gesondert vor Gericht verantworten. Die Mädchen werden während des Verfahrens, das hinter verschlossenen Türen stattfindet, psychologisch betreut. (APA/AFP)