Atlanta - Vier Wochen nach den Wahlen in den USA sind die Stimmberechtigten im US-Staat Georgia am Dienstag nochmals an die Urnen gerufen worden. Sie hatten über einen der beiden noch nicht entschiedenen Senats-Sitze zu befinden. Sie entscheiden damit darüber, ob die Demokraten so viele Stimmen im Senat zusammenbekommen, um jeden Versuch der Republikaner, Gesetze zu verhindern, abwehren zu können.

In Georgia stehen sich der republikanische Senator Saxby Chambliss und der demokratische Herausforderer Jim Martin gegenüber. In Minnesota läuft immer noch die Nachzählung der Stimmen im Rennen zwischen dem republikanischen Senator Norm Coleman und dem Demokraten Al Franken. Gewinnen die Demokraten beide Sitze, dann kommen sie im Senat auf 60 der 100 Sitze. Damit könnten sie einen sogenannten Filibuster beenden - eine Endlos-Rede, um eine Abstimmung über ein Gesetz zu verhindern.

Stichwahl

Im Wahlkampf in Georgia engagierten sich unter anderem der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton und sein einstiger Vize Al Gore für Martin. Der designierte US-Präsident Barack Obama nahm einen Radio-Werbespot auf. Auf republikanischer Seite traten der unterlegene Präsidentschaftskandidat John McCain und seine Vizekandidatin Sarah Palin sowie der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani auf.

Chambliss hatte am 4. November 49 Prozent der Stimmen erhalten, Martin 46 Prozent. Weil der Republikaner die vorgeschriebene absolute Stimmenmehrheit nicht erreichte, wurde eine Stichwahl erforderlich. In jüngsten Umfragen lag Chambliss knapp vor seinem demokratischen Herausforderer. Experten rechneten mit einem Sieg des Republikaners. Sie wiesen darauf hin, dass es den Demokraten kaum gelingen wird, so viele Afroamerikaner zu den Urnen zu bringen wie am 4. November, als es zugleich um die Wahl von Barack Obama zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der Vereinigten Staaten ging. Georgia war bisher eine Hochburg der Republikaner. (APA/AP/Reuters)