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Investor Rudolf Fries gab die Arsenal-Wohnungen weiter.

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Wien - Das Wiener Arsenal im dritten Wiener Gemeindebezirk beschäftigt derzeit Constantia Privatbank (CPB) und Bank Austria. Bildlich gesprochen hält auch in dieser Sache Ex-CPB-, -Immofinanz und -Immoeast-Chef Karl Petrikovics alle in Atem: Es geht um einen Riesenimmobiliendeal (rund 800 Wohnungen und eine Fläche von 71.000 m2) und eine persönliche Garantie, die Petrikovics im Zusammenhang damit gegenüber der CPB abgegeben hat. Die hat er im heurigen Herbst mit einer Bankgarantie der Bank Austria unterlegt - und selbige hat die CPB nun gezogen.

Die Geschichte dahinter reicht ins Jahr 2003 zurück. Damals hat die im August 2003 gegründete DRF Beteiligungs GmbH (mit dabei: Investor Rudolf Fries) der Bundesimmobiliengesellschaft BIG all ihre 3800 Wohnungen um rund 145 Mio. Euro abgekauft; dabei waren auch hunderte Wohnungen im Arsenal. Selbige wechselten dann vor zwei Jahren den Besitzer: Fries und andere, wie Spitz-Fruchtsaft-Eigentümer Walter Scherb, kauften das Arsenal um 44 Mio. Euro aus dem Paket heraus. Ein Teil ging an den Wiener Bauträger Daniel Jelitzka, und zwar um rund elf Millionen Euro.

Ende 2007, Anfang 2008 begab sich Fries auf Käufersuche für die schwer verwertbaren Arsenal-Wohnungen; in der Branche wurde er mit seiner Preisvorstellung von 75 Mio. Euro aber nicht fündig, berichten Branchenkenner. "Das war schon damals um 20 Millionen zu viel", sagt einer von ihnen.

Arsenal als Absicherung

Die Aktienkrise brachte eine andere Lösung mit sich: Fries, der der CPB im Februar Immofinanz-Aktien um mehr als 600 Mio. Euro und damit eine Menge Probleme (Abwertungen) abgekauft hatte, schloss für sich und mitspielende Stiftungen mit der CPB einen Andienungsvertrag fürs Arsenal. Die CPB (unter Petrikovics und Norbert Gertner) verpflichtete sich, Fries das Arsenal um 74 Mio. Euro abzukaufen; ein Recht, das Fries im Jahr 2008 jederzeit ausüben konnte (und das inzwischen auch tat). Für Fries sollte das, wie seine Put-Option bei der niederländischen Constantia Packaging B.V., eine weitere finanzielle Absicherung für Immofinanz-Aktien darstellen.

Das Problem in der Bank: Mit diesem Betrag wurde die Großveranlagungsgrenze weit überschritten, was aber nicht gemeldet wurde. Erst im Herbst fiel diese Verpflichtung der CPB dem Bankprüfer auf, er übte seine Redepflicht aus, auch die Aufsicht wurde in der Folge informiert.

Ungefähr damals dürfte es auch gewesen sein, dass Petrikovics persönlich in die Pflicht genommen wurde, angeblich von seinem einstigen Bankvorstand-Kollegen Gertner. Jedenfalls wurde Petrikovics (mutmaßlich, um die Differenz zwischen den 75 Mio. und dem erzielbaren Erlös fürs Arsenal auszugleichen) bewogen, eine persönliche Garantie über 15 Mio. Euro zu übernehmen. Tatsächlich brachte er eine Bankgarantie von der Bank Austria bei, verlängerte sie aber nicht fristgerecht.

Das (vorläufige) Ende vom Lied:Fries übte sein Verkaufsrecht aus, die CPB forderte nun von der Bank Austria die 15 Millionen ein, die Bank Austria hat bezahlt. Sie verwertet nun die Sicherheiten, die Petrikovics ihr dafür gab. Die sollen werthaltig sein. (cr, gra, DER STANDARD, Printausgabe, 3.12.2008)