Zukunftsvisionen in OpenSource

Illustration: Lulu.com

Elf Jahre hat Keith Curtis für den Softwaregiganten aus Redmond gearbeitet und nun ein Buch über die Zukunft der Software veröffentlicht, die nach seiner Ansicht von OpenSource bestimmt sein wird.

Im Gegensatz zu Technologie-Konzernen wie Sun oder IBM hat Microsoft bislang den OpenSource-Ansatz nur zaghaft verfolgt. Unter anderem hat das Unternehmen einen Teil seines Source Codes freigegeben. Die Redmonder stehen jedoch fest hinter der Überzeugung, dass der Einsatz ihrer kostenpflichtigen Software langfristig günstiger und effizienter sei als der von kostenloser.

"After the Software Wars"

Curtis war 1993 zu Microsoft gekommen und unter anderem Programmierer für Windows und Office. Auch in der Forschung war er tätig, bevor er den Konzern 2004 wieder verlassen hatte. Sein Buch "After the Software Wars" erschien im November auf dem Online-Publishing-Service Lulu.com, wie die New York Times in einer Rezension schreibt.

Kollektive Intelligenz nutzen

In seinem Buch vertritt Curtis die Meinung, dass Software den Weg in vielen Bereichen wie etwa künstliche Intelligenz oder die Erforschung des Weltalls ebnen könne. Dabei sei vor allem die Stärke der OpenSource-Software gefragt, welche das Potenzial der kollektiven Intelligenz der Menschen freisetzen könne. Mit dem gleichen Ansatz, mit dem Linux entwickelt werde, werden nach seiner Ansicht in Zukunft auch andere Technologien entwickelt.

Blei in Gold verwandeln

"Der Unterschied zwischen freier und proprietärer Software ist ähnlich der Trennung von Wissenschaft und Alchemie", schreibt Curtis. Vor der Wissenschaft habe es die Alchemie gegeben, bei der Menschen versuchten mit geheimem Wissen Blei zu Gold zu verwandeln. Die Wende sei erst gekommen, als das Wissen um Mathematik und andere Wissenschaften geteilt wurde.

Langeweile bei Microsoft

Curtis habe Microsoft eigenen Angaben zufolge verlassen, weil er sich gelangweilt habe, auch wenn er eine gute Zeit gehabt und gerne neben "vielen brillanten Köpfen" gearbeitet habe. Erst nach seiner Zeit bei Microsoft habe er begonnen, sich eingehender mit OpenSource-Software auseinanderzusetzen. Sein Buch kann um 5 US-Dollar aus dem Web geladen werden. (red)