Wien - Die alljährlich  im Dezember wiederkehrende Debatte um den Nikolaus in den Wiener Kindergärten beginnt  wieder. Am Mittwoch forderte der Katholische Familienverband: "Nikolaus-Verbot in Wiener Kindergärten muss fallen!". Die Katholische Aktion dagegen hat sich am Vortag einverstanden erklärt, keine externen Nikoläuse zu beschäftigen. Die Katholische Aktion  hat zu einem Ende des "parteipolitischen Hickhacks" aufgerufen.

"Es gibt keinen Grund, gegen den Heiligen Nikolaus zu sein. Das Verbot, an den Wiener Kindergärten einen Nikolaus einzuladen müsse fallen.", erklärte Mechtild Lang, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien. Der Nikolaus sei eine Integrationsfigur schlechthin. Die Figur stammt aus der heutigen Türkei.   "Neue pädagogische Modelle zeigen, dass die Figur des Heiligen Nikolaus eine Personifizierung der Nächstenliebe und Kinderfreundlichkeit ist, die nationen- und religionenübergreifend ist. Was hat die Gemeinde Wien dagegen?"

Die politischen Parteien versuchen schon seit einigen Jahren, mit der Gestaltung von Nikolofeiern politisches Kleingeld zu münzen, erklärte Christa Buzzi, Präsidentin der Katholischen Aktion. Die Grundfrage sei jedoch nicht, wie die Figur des Heiligen Nikolaus in Kindergärten auftreten dürfe, sondern wie ihr Einsatz für die Armen dargestellt wird. "Und ich glaube, hier wird in den Kindergärten sicher die richtige Botschaft weitergegeben, so die Präsidentin der Katholischen Aktion.

Kein persönlicher Auftritt des bärtigen Mannes

Den städtischen Kindergärten in Wien stattet der Nikolaus schon seit längerem keine Besuche mehr ab. Zwar wird das Fest gefeiert - persönliche Auftritte des bärtigen Mannes sind aber nicht vorgesehen. Denn ein Fremder, der verkleidet in den Kindergarten komme, könne auch Angst machen, heißt es. Externe Nikoläuse hätten auch den Nachteil, dass sie bezahlt werden müssen.

Dass der Nikolaus in Wiener Kindergärten nicht erwünscht ist, hatte im Herbst 2006 für massives Aufsehen gesorgt. Damals waren von politischer Seite auch Gerüchte lanciert worden, wonach der Nikolaus aus Rücksicht auf Kinder mit nicht-katholischen Glauben aus den Kindergärten verbannt sei. Das sei nicht der Fall, wurde dazu im Rathaus betont.

Kommerzieller Miet-Nikolaus wird abgelehnt

Die Wiener ÖVP hat am Dienstag zur Sondersitzung des Gemeinderates zum Thema "Armut" den Nikolaus aufmarschieren zu lassen. Ziel war es, für den Besuch externer Nikoläuse in den Kindergärten zu werben. Der Resolutionsantrag der ÖVP, in den städtischen Kindergärten den Besuch von externen Nikoläusen zuzulassen, scheiterte an den Stimmen von SPÖ und Grünen. VP-Mandatar Wolfgang Aigner: Es sei mithin ein völlig falsches Signal, die historische Figur nicht in den Kindergärten zuzulassen und lächerlich, diese als "Angstmacher" zu bezeichnen.

Anders als der ÖVP-Antrag fand ein Antrag der SPÖ die Mehrheit, in welchem betont wird, dass die Wiener Kindergärten seit 30 Jahren zufrieden ohne "kommerziellen Miet-Nikolaus" das Fest feiern würden. "Die Diskussion jetzt zu einer ideologischen Frage hoch zu stilisieren und auf Kosten von Kindern politisch punkten zu wollen, ist niederträchtig", beschied SPÖ-Mandatar Jürgen Wutzelhofer.(APA)