Wien - Gleich in zwei Veranstaltungen hat sich die SPÖ in dieser Woche mit Gewalt im sozialen Nahbereich beschäftigt. Im Rahmen der "16 Tage gegen Gewalt", die noch bis 10. Dezember in Österreich begangen werden, kommen die verschiedenen Dimensionen von Gewalt zur Sprache. Zur Veranstaltung "Gegen Gewalt an Frauen mit Behinderungen" lud das Sozialministerium am Dienstag ins Wiener ega ein. 

An dieser Diskussion nahmen Maria Schwarz von der Organisation vienna people first, Sabine Franz von Jugend am Werk, Hemma Hilscher (WS FÖBE), Tamara Grundstein (Zentrum für Kompetenzen) und Lisa Udl von der Beratungsstelle NINLIL teil.

Maria Schwarz formulierte Forderungen von behinderten Frauen an die Gesellschaft und Politik. Sie forderte bessere sexuelle Aufklärung für behinderte Mädchen und Frauen, Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen mit Lernschwächen und sprach sich deutlich gegen die Zwangssterilisation aus. "Behinderte Frauen möchten endlich als Frauen gesehen werden, nicht nur als Behinderte", kritisierte die Vertreterin von vienna people first. Tamara Grundstein vom Zentrum für Kompetenzen, einer Beratungsstelle, in der behinderte Frauen von behinderten Frauen beraten werden, schilderte den Alltag ihrer Arbeit und kritisierte die geringen Möglichkeiten zur selbstständigen Gestaltung von Freizeit in betreuten Wohneinrichtungen. Grundstein sprach sich für eine höhere Durchlässigkeit des Systems aus, die Übergänge von Vollbetreuung, Teilbetreuung und persönlicher Assistenz müssten fließender und weniger stark abgegrenzt erfolgen.

Ehrung für engagierte PolizeibeamtInnen

Ebenfalls am Dienstag wurde von der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger PolizeibeamtInnen geehrt, die sich auf besondere Weise im Gewaltschutz engagieren.

Frauenberger betonte die Wichtigkeit des Themas Gewaltschutz in der Exekutive in ihrer Laudatio: "Gewalt dient dazu, Macht und Kontrolle über Frauen auszuüben. Männliche Gewalt gegen Frauen ist alltäglich, betrifft alle Schichten und zeigt sich auf vielfältige Weise - körperlich, sexuell, aber auch psychisch und in jedem Lebensbereich". Auch Polizeipräsident Pürstl schloss sich in seiner Rede den Worten von Frauenberger an und meinte: "Wer denkt, Gewalt ist in sogenannten Nobelbezirken nicht existent, der irrt. Gewalt kennt keine sozialen Grenzen; lediglich die Häufigkeit variiert".

Die ausgezeichneten PolizeibeamtInnen hätten sich besonders im Bereich der Sensibilisierung innerhalb der KollegInnenschaft, im Schulungsbereich, bei der Präventionsarbeit sowie beratend und helfend im Sinne der Sache große Verdienste erworben. 

Geehrt wurden BeamtInnen der Bundespolizeidirektion Wien, die Hofräte Walter Dillinger, Harald Hofmayer, Edith Fedra sowie MitarbeiterInnen des Landespolizeikommandos Wien:  Bezirksinspektorin Christina Gabriel, die Revierinspektorinnen Michaela Halbauer, Petra Warisch, Renate Stieb-Kanaletz, Gruppeninspektor Franz Stiefsohn sowie Revierinspektor Hannes Kogoy. (red)