Wien - Bei der einen Pension 35,18 Euro dazu, bei der anderen 34,40 Euro weniger. Der Grazer Pensionist Erich N. staunte nicht schlecht über das Ausmaß seiner Pensionsanpassung im November. Schließlich war von der Politik ein Vorziehen der jährlichen Erhöhung von Jänner 2009 auf November 2008 versprochen worden.

Erich N. ging daher davon aus, mit November tatsächlich 3,4 Prozent mehr auf seinem Konto zu haben. Was er nicht wusste: Bezieht man neben der regulären Pension noch eine Witwerpension, sieht die Sache ganz anders aus. Die Erklärung der Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Laut Gesetz wird die Witwerpension nur dann angehoben, wenn die Summe aus Eigenpension und Witwerpension monatlich unter der Grenze von 1616,25 Euro liegt. Das ist bei Erich N. nicht der Fall. Um die vorgezogene Erhöhung fällt er damit - wie alle Witwer und Witwen, die die Grenze von 1616,25 Euro erreichen - um. Dieser Richtwert wird erst mit 1.Jänner 2009 angehoben. Wie viele Personen von dieser Regelung betroffen sind, kann die PVA nicht sagen. Fakt sei aber, dass sich zahlreiche Leute gemeldet hätten, sagt eine Sprecherin.

Zuletzt war noch eine andere Lücke aufgetaucht. 31.000 Pensionisten wurde keine oder eine zu niedrige Einmalzahlung, die es zusätzlich zur jährlichen Erhöhung gibt, ausbezahlt. Dieses Problem wurde allerdings korrigiert. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 4.12.2008)