Wien - Fritz Neugebauer, am Mittwoch mit 76,5 Prozent der Abgeordneten-Stimmen zum Zweiten Nationalratspräsidenten gewählt, bleibt ein vielbeschäftigter Mann: Neugebauer will bis auf weiteres auch Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), ÖAAB-Chef und Obmann der Versicherung der Öffentlich Bediensteten bleiben.

Im "ZiB2" -Interview sagte Neugebauer, dies sei letztlich nicht seine Entscheidung, sondern "die meiner Kollegen, die mich berufen haben" . Dass der ÖAAB den Posten des Zweiten Nationalratspräsidenten quasi als "Erbpacht" sehe, geht für Neugebauer in Ordnung: "Das ist in unserem bündischen Denken verankert und macht Sinn."

Das eher schwache Ergebnis (sein Vorgänger Michael Spindelegger erreichte 83 Prozent) nahm Neugebauer gelassen: "Das war eine geheime Wahl."

Als Zweiter Nationalratspräsident verdient Neugebauer 13.872 Euro brutto im Monat. Als GÖD-Vorsitzender bezieht er Aufwandsentschädigung, für alle anderen Funktionen bekomme er "gar nichts" , sagte er. (red, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 4.12.2008)