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Die Einmalkosten für die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen bei der Credit Suisse belaufen sich auf rund 900 Millionen Franken, teilte die Bank heute mit.

Foto: APA/EPA/Della Bella

Zürich - Die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) hat im bisherigen Verlauf des vierten Quartals 2008 bis Ende November einen Nettoverlust von rund drei Milliarden Schweizer Franken (1,96 Mrd. Euro) erlitten. Das Minus sei wegen "widriger Marktbedingungen sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Risikoabbau, vor allem im Investment Banking" entstanden, teilte das Kreditinstitut am Donnerstag mit.

Deshalb sollen weltweit 5.300 Stellen gestrichen werden, was elf Prozent der Konzernbelegschaft entspricht. Der Arbeitsplatzabbau soll bis Mitte 2009 weitgehend abgeschlossen sein und gemeinsam mit weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz rund zwei Milliarden Franken einsparen. Dies entspreche rund neun Prozent der für 2008 zu erwartenden Kosten, hieß es.

Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) und der Kaufmännische Verband (KV) Schweiz fordern die Credit Suisse auf, den angekündigten Stellenabbau nach Möglichkeit ohne Entlassungen umzusetzen. Ziel müsse sein, die 650 in der Schweiz betroffenen Angestellten innerhalb der Credit Suisse an einer anderen, "zumutbaren" Stelle weiterzubeschäftigen, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Gleichzeitig sei der Abbau so weit als möglich über die natürliche Fluktuation abzufedern.

Ausmaß des Verlustes überraschte

Die CS-Aktie gab vorbörslich in einem knapp behauptet erwarteten Umfeld rund fünf Prozent nach. Für Analysten kommt nicht die Ankündigung eines Quartalsverlusts überraschend, sondern dessen Ausmaß. Der Fehlbetrag von 3 Milliarden Franken bis Ende November liege deutlich über den bisherigen Verlustschätzungen des Marktes in der Größenordnung von 1 bis 1,5 Milliarde Franken. Als positiv werde hingegen sowohl die bisherige als auch die noch geplante Reduktion der Risikopositionen beurteilt - ebenso wie die solide Kernkapitalquote.

Wie die Credit Suisse weiter mitteilte, belaufen sich die Einmalkosten für die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen auf rund 900 Millionen Franken. Sie sollen mehrheitlich im vierten Quartal 2008 verbucht werden und sind in dem bisherigen Quartalsverlust von drei Milliarden noch nicht enthalten. Konzernchef Brady Dougan, Investment-Bank-Chef Paul Calello und Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz wollen angesichts der Verluste 2008 auf Bonuszahlungen verzichten.

Ungeachtet der Hiobsbotschaften berichtet die Bank über einen "guten" Geschäftsverlauf und einen "ansprechenden" Neugeldzufluss im Private Banking. Die Kundengelder und die Finanzierung seien "sehr stabil", heißt es. Die Bank erwarte weiterhin eine starke Kapitalausstattung und eine Kernkapitalquote von rund 13 Prozent per Ende 2008. (APA/dpa-AFX/sda)