New York - Libyen hat beim UNO-Sicherheitsrat vergeblich dagegen protestiert, dass Israel ein libysches Schiff mit Hilfslieferungen für den Gazastreifen abgewiesen hat. Libyen warf Israel am Mittwoch (Ortszeit) "Piraterie auf hoher See" vor und forderte sicherzustellen, dass das Land künftig internationale humanitärer Gesetze und das Seerechts einhält. Eine formelle einstimmige Verurteilung des israelischen Vorgehens durch den Sicherheitsrat kam jedoch nicht zustande.

Die israelische UN-Botschafterin Gabriela Shalev wies die Vorwürfe Libyens zurück und beschuldigte das Land ihrerseits der Provokation. Da Libyen Israel nicht anerkenne, sei der Marine-Einsatz aus Gründen der nationalen Sicherheit gerechtfertigt gewesen.

Blockade

Die israelische Marine hatte am Montag das mit 3.000 Tonnen Hilfsgütern beladene Schiff "Al Marwa" vor der Küste des von Israel abgeriegelten Gazastreifens abgefangen. Die geplante Schiffslieferung war der erste Versuch eines arabischen Staates, die Blockade zu umgehen. Israel riegelte das Palästinensergebiet ab, nachdem die radikalislamische Hamas dort im Juni 2007 die Kontrolle übernommen hatte. (APA/AFP)