Graz - Vor 20 Jahren wurde in Graz das "Haus der Architektur" (HDA) als österreichweit erste Institution dieser Art gegründet. Einer der Mitbegründer war damals Architekt Günther Domenig, sein eben komplettiertes "Steinhaus" am Kärntner Ossiachersee sowie seine ehemaligen Schüler stehen im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung und -veranstaltungen. "DO! Eine Ausstellung zu Günther Domenig" zeigt erstmals Detailzeichnungen des Architekten zu seinem "opus magnum" seit Beginn der Entstehung Ende der 1970er Jahre. Das Büro Domenig-Wallner hat dem HDA private Entwurfsdetailzeichnungen, Dias und das Arbeitsmodell zu diesem "Lebensprojekt" zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung ist bis zum 14. Jänner im Palais Thinnfeld zu sehen, gefeiert wird am 20. Dezember.

Das als "Werkstätte für Architektur" deklarierte Gebäude besteht aus vier Ebenen, die aber nicht in Geschoßen im herkömmlichen Sinne konzipiert sind. Zentrum ist der sogenannte "Spiralraum", der bis zum Grundwasser hinabreicht. Wie bei vielen Arbeiten Domenigs ragen schwebende Bauteile horizontal aus dem Gebäudekörper. Im westlichen Teil sind es Ausstellungsräume, in den Obergeschoßen befinden sich Arbeitsbereiche für Architekturstudenten, lediglich der "Schwebestein 3" ist Domenig ganz allein vorbehalten. Domenig (am 6. Juli 1934 in Klagenfurt geboren) gründete 1974 seine eigenen Büros in Graz, Wien und Klagenfurt. Nebenbei hatte der Architekt diverse Lehrtätigkeiten und Gastprofessuren inne und hielt zahlreiche Seminare und Vorträge im In- und Ausland. 1980 wurde Günther Domenig als Professor an die Technische Universität Graz gerufen.

Begleitet wird die "Steinhaus"-Dokumentation daher durch eine Vortragsreihe, bei der prominente Domenig-Schüler wie Arkan Zeytinoglu und Alfred Bramberger zu Wort kommen (10. und 17. Dezember jeweils 19 Uhr). Am 20. Dezember steigt um 20.20 Uhr das 20-Jahre-Fest des HDA. Unter dem Motto "Es kann alle treffen" können die Gäste des Festes zur 20-jährigen Geschichte des HDA in Form von Spontanvorträgen ihre Meinungen und Erlebnisse zum Besten geben. (APA)