Der Wiener Traditionsbetrieb Manner stellt künftig Umwelt- und Klimaschutz stärker in den Vordergrund. Mit Investitionen von rund 3 Mio. Euro wird vor allem das 110 Jahre alte Stammwerk in Wien-Hernals in punkto Energieverbrauch umgestellt. In drei bis fünf Jahren sollen sich die Maßnahmen rechnen, so der für Produktion und Technik zuständige Vorstand, Josef Manner, am Donnerstag bei einem Pressegespräch anlässlich der Teilnahme von Manner am ÖkoBusinessPlan Wien, dem Umweltserviceprogramm der Stadt.

Manner investiert unter anderem in ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk am Firmensitz, in ein Beleuchtungskonzept inklusive Umstellung auf Energiesparlampen an allen drei Standorten (Wien 17, Wolkersdorf und Perg) und in einen neuen Kompressor zur Drucklufterzeugung.

Nach einem negativen Ergebnis 2007 will die im Standard-Market-Auction-Segment der Wiener Börse notierte Josef Manner & Comp. AG heuer wieder "knapp positiv" bilanzieren, wie der Manner-Produktionsvorstand im Gespräch mit der APA sagte. Zurückzuführen sei dies auf ein starkes Wachstum im Export, vor allem in Deutschland. Mittlerweile werde mehr Umsatz im Ausland als in Österreich gemacht.

Verhaltene Absätze

Die Finanzkrise spüre Manner nur in Form von "etwas verhaltenen Absätzen". Schwieriger geworden sei die Finanzierung von Sonderprojekten. Nach wie vor belastend wirkten sich auch die stark schwankenden Rohstoffpreise etwa für Kakao, Haselnüssen, Fett oder Milch aus. Nach einer Preiserhöhung Anfang 2008 stehe ab 2009 daher eine weitere Verteuerung der Produkte bevor.

Der Personalstand des zu 90 Prozent in Familienbesitz befindlichen Unternehmens sei mit gut 800 Mitarbeitern im Jahresschnitt - 480 davon in Wien - stabil und werde das auch bleiben, sagte Manner. Daran habe auch die Gemeinde Interesse, deutete der Vorstand Hilfe der Stadt Wien bei der seit Jahren laufenden Denkmalschutz-Diskussion für die Firmenzentrale an. Es gebe zwar nach wie vor keinen endgültigen Bescheid, die Entscheidung sei aber bis auf weiters "aufgeschoben" worden, hieß es.

Den Erfolg von Manner - im Gegensatz zu anderen Wiener Traditionsbetrieben wie Meinl oder Mautner Markhof - führte der Großneffe von Carl Manner, dem Enkel von Firmengründer Josef Manner I., unter anderem auf "Bescheidenheit in der Geschäftsführung" und eine "gute Finanzführung über die letzten Jahrzehnte hinweg" zurück. Man habe "nie über die eigenen Verhältnisse gelebt", betonte er.

Bebtiebsergebnis abgesackt

Manner erzielte 2007 einen Umsatz von 151,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis ist jedoch aufgrund hoher Rohstoffkosten um knapp 30 Prozent auf 1,1 Mio. Euro abgesackt. Die Exportquote lag bei 52,6 Prozent. Pro Jahr produziert das 1890 gegründete Unternehmen 48.000 Tonnen an Süßwaren unter den Marken Manner, Casali, Mapoki, Ildefonso und Victor Schmidt.

Der ÖkoBusinessPlan Wien wurde vor 10 Jahren ins Leben gerufen. Bis dato sind 621 Wiener Betriebe mit dabei und haben in Summe 41 Mio. Euro an Betriebskosten durch umweltbewusstes Wirtschaften eingespart, zog Umweltstadträtin Ulli Sima Bilanz. Sie hofft, dass sich die Zahl der Unternehmen in den nächsten 10 Jahren verdoppelt. Vermehrt ansprechen wolle man vor allem größere Betriebe. "Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie den Klimawandel erhalten diese Maßnahmen neue Bedeutung. Der ÖkoBusinessPlan Wien ist die perfekte Win-win-Strategie", ist Sima überzeugt. (APA)