Der international anerkannte deutsch-niederländische Karikaturist Fritz Behrendt ist tot. Der engagierte linke Zeichenkünstler, der zeitweise in der DDR arbeitete und dort mehrere Monate im Gefängnis saß, wurde 83 Jahre alt. Wie die Zeitung "De Telegraaf" am Freitag berichtete, starb der 1925 in Berlin geborene Behrendt am Donnerstag.

Behrendts Karikaturen wurden über Jahrzehnte weltweit in renommierten Publikationen veröffentlicht - darunter im "Spiegel", in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", im "Algemeenen Handelsblad" sowie in der "New York Times" und der Züricher "Weltwoche". Für sein Werk wurde er mit etlichen Preisen geehrt. 1985 erhielt er den hoch angesehenen "Award for International Editorial Cartoons" der Vereinigung amerikanischer Karikaturisten. Im Jahr 2000 wurde der Ex- Berliner mit dem Gothaer Karikade-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

Behrendt war als Bub mit seiner jüdischen Familie 1937 vor den Nazis in die Niederlande geflohen und lebte seitdem vor allem in Amsterdam. 1949 wurde der bekennende Sozialist zunächst nach Ost-Berlin eingeladen und kurz darauf unter dem Vorwurf verhaftet, er unterstütze die Politik des von der DDR-Führung als abtrünnig angesehenen jugoslawischen Staatschefs Josip Broz Tito. Nach sechs Monaten Haft kam er schließlich 1950 aufgrund einer Intervention der niederländischen Regierung frei. (APA/dpa)