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Grafik: APA

Wien - Der erste Teil des Bahn-Großprojekts Lainzer Tunnel steht unmittelbar vor der Eröffnung: Ab 14. Dezember fahren Züge durch die neue "Weichenhalle" in Wien-Hadersdorf. Es ist dies jener unterirdische Bauteil, von dem künftig der Lainzer Tunnel abzweigen und in den der ebenfalls in Bau befindliche Wienerwaldtunnel einmünden wird. Vorerst ermöglicht die Inbetriebnahme eine Erleichterung im Verkehr auf der Westbahn - die an dieser Stelle somit wieder viergleisig befahrbar ist.

Die Fertigstellung der Weichenhalle stelle einen "Meilenstein" auf dem Weg zur Fertigstellung des gesamten Projekts Lainzer Tunnel im Jahr 2012 dar, versicherten Projektleiter Wolfgang Pistauer und Projektkoordinator Andreas Pechhacker am Freitag in einer Pressekonferenz. Die neue Strecke ist rund vier Kilometer lang, wobei knapp über zwei Kilometer überdeckt bzw. unterirdisch verlaufen. Die eigentliche Weichenhalle erstreckt sich über rund einen Kilometer.

Laut den Projektverantwortlichen wurden die Kreuzungsbereiche in der Halle mit einer erstmals in Österreich angewandten Technologie ausgestattet, die eine Querung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h ermöglicht. Der Gleisbereich wurde zudem als "Masse-Feder-System" hergestellt. Damit sollen Erschütterung im Rahmen des späteren Betriebs - und damit die Auswirkungen auf die Anrainer - minimiert werden.

Lärmentlastung

Während der achtjährigen Bauzeit musste der Betrieb auf der Westbahnstrecke auf zwei Gleisen abgewickelt werden. Nun stehen zu den beiden Gleisen oben auch zwei - und im Vollbetrieb später sogar vier - im Tunnel zur Verfügung. Das bedeute unter anderem eine Lärmentlastung für die Anrainer, wurde betont. Denn in den Nachtstunden sollen Züge künftig vor allem unterirdisch geführt werden.

Oberirdisch wird die freiwerdende Kapazität für eine Verdichtung des Regionalverkehrs genutzt, wie Gabriele Lutter, Sprecherin des Vorstandes der ÖBB-Personenverkehrs AG, am Freitag gegenüber der APA betonte. Die Schnellbahn auf der Westbahnstrecke wird ab 14. Dezember - dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Fahrplans - in den Hauptverkehrszeiten im Viertelstundentakt verkehren.

Gleichzeitig mit der Weichenhalle geht auch die neue Schnellbahnstation "Wolf in der Au" in Betrieb. Ihr ist eine Park&Ride-Anlage mit 150 Pkw-Abstellplätzen angeschlossen.

Am Lainzer Tunnel selbst wird unterdessen intensiv gebaut. Laut ÖBB-Infrastruktur Bau AG wurden von insgesamt 6,6 Kilometern unterirdisch verlaufender Strecke bereits rund 5,5 Kilometer gegraben. Die Gesamtlänge des Projekts beträgt 12,8 Kilometer. Der Lainzer Tunnel verbindet ab 2012 die Westbahn mit dem neuen Wiener Hauptbahnhof (sowie der Donauländebahn, Anm.). Für die Errichtung der Strecke sind 1,3 Mrd. Euro veranschlagt. (APA)