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Am Samstag um 21.35 Uhr kann man auf 3sat den wunderbaren Spracherfinder Jonke auf seiner teils im Zug absolvierten "Reise zum unerforschten Grund des Horizonts" begleiten.

Foto: APA/Techt

In der Jugend neige man dazu, Erfolg zu überschätzen. Im Alter bedeute er, dass man mindestens drei Sekunden lang beglückt ist, sagt der Dichter Gert Jonke auf die Frage nach Erfolg.

Am Samstag um 21.35 Uhr kann man auf 3sat den wunderbaren Spracherfinder Jonke auf seiner teils im Zug absolvierten "Reise zum unerforschten Grund des Horizonts" begleiten. Unterteilt in acht Kapitel erinnert sich der dreifache Nestroy-Preisträger an wichtige Stationen seines Lebens, das Haus seiner Kindheit, erste Lieben und Leiden, späte Erfolge. Schauspieler, allen voran sein Lieblingsdarsteller Markus Hering, lesen zu mitunter allzu schön komponierten Bildern Auszüge aus seinen Texten.

Man sieht einen jungen Jonke aus dem Jahr 1969, wenn er aus seinem "Geometrischen Heimatroman" liest; und man erlebt, wie beim Bachmann-Preis 1977 die Jury, bestehend aus Friedrich Torberg, Manès Sperber, Gertraud Fussenegger und Marcel Reich-Ranicki, einstimmig zum Schluss kommt, dass der Preis Jonke und seinem ungewöhnlichen Sprachwitz gebühre.

Im Kapitel "Versackgassung" bekennt der gebürtige Kärntner sein damaliges Alkoholproblem: "Ohne dessen Bewältigung würde nichts weitergehen. Erst danach war mir mein erstes erzählerisches Werk gelungen: 'Die Schule der Geläufigkeit'." Und Jonke spricht auch über das Schreiben: "Wenn man nicht mehr nachdenken muss, was man schreiben will, sondern so schreibt, als würde die Hand mit dem Stift in den Fingern einfach wie von selbst und ohne nachzudenken Dinge aufs Papier schreiben, die so sind, dass man sie nicht mehr verändern kann: Dann passiert es, dass Einsichten entstehen, die man noch nie vorher gehabt hat - und dies lässt einen zu einem richtigen Weltentdecker werden." (asch/DER STANDARD; Printausgabe, 6./7./8.12.2008)