Wien - Der Konjunkturabschwung hat den österreichischen Außenhandel jetzt voll erfasst. Fast kein Tag, an dem nicht Aufträge in größerem Umfang wegbrechen.
Walter Koren, Außenhandelschef der Wirtschaftskammer, erwartet für heuer nur mehr ein Exportplus von drei Prozent, 2009 bestenfalls Stagnation. "Heuer kommt noch der Nikolo, nächstes Jahr der Krampus", sagte Koren bei einer Lagebeurteilung am Freitag.

Erst Anfang September hat die Wirtschaftskammer die ursprünglich erwartete Wachstumsrate bei den Ausfuhren von acht auf fünf Prozent zurückgenommen. 2007 verzeichnete Österreich noch ein Exportwachstum von gut zehn Prozent. Koren: "Bis August dieses Jahres ist das Geschäft noch hervorragend gelaufen, seither geht es deutlich zurück." Nach derzeitigem Wissensstand sei damit zu rechnen, dass es im Export 2001 wieder ein Wachstumsplus von fünf Prozent geben wird.

Der Export war einer der Treiber des Aufschwungs in den vergangenen Jahren, rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung Österreichs werden im Ausland erwirtschaftet. Koren geht davon aus, dass der Export mittel- bis langfristig Motor der Konjunktur bleibt.

"Unser Ziel ist es, von einem kleineren Kuchen ein größeres Stück abzuschneiden", sagte Koren. Für eine internationale Exportoffensive soll es 25 Mio. Euro an zusätzlichem Geld geben. Auch Finanzierungshilfen für Unternehmen sind in Überlegung. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7./8.12.2008)