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Schelling soll im Jänner zum neuen Vorsitzenden gewählt werden.

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Wien - Der Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und Wirtschaftskammer-Vizepräsident Hans Jörg Schelling (ÖVP) wird aller Voraussicht nach der Nachfolger des mit Jahresende aus dem Amt scheidenden Erich Laminger als Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Das wurde der APA von der AUVA und aus Sozialversicherungskreisen bestätigt. Schelling wird demnach von der Dienstgeberseite für dieses Amt nominiert, seine Wahl gilt als sicher, weil die der ÖVP nahe stehenden Vertreter im Verbandsvorstand in der Mehrheit sind. Für eine Stellungnahme war Schelling vorerst nicht erreichbar.

Wahl im Jänner

Laminger hatte angekündigt, für die künftige Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Die vierjährige Funktionsperiode des derzeitigen Verbandsvorstandes läuft mit Ende des Jahres aus. Anfang Jänner soll die Trägerkonferenz die Mitglieder des Verbandsvorstandes neu wählen. Dieses zwölfköpfige Gremium wählt dann am 21. Jänner aus seiner Mitte einen neuen Vorsitzenden für dieses geschäftsführende Organ des Hauptverbandes. Und dafür wird nach Angaben aus Sozialversicherungskreisen von der Arbeitgeberseite Schelling nominiert, der aufgrund der Mehrheitsverhältnisse auch mit seiner Wahl rechnen kann.

Der Verbandsvorstand besteht aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern, wovon je sechs der Dienstgeber und der Dienstnehmerseite angehören. Auf Dienstgeberseite entsenden die Landwirtschaftskammer einen und die Wirtschaftskammer fünf Vertreter, wobei von den letzteren wiederum vier vom ÖVP-Wirtschaftsbund kommen und einer von den Freiheitlichen. Auf Dienstnehmerseite stellt die Arbeiterkammer fünf Mitglieder, wovon vier die FSG und eines der ÖAAB stellt, und von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst kommt ein Vertreter. Mit den vier Vertretern des Wirtschaftsbundes und je einem der Landwirtschaftskammer sowie des ÖAAB und der GÖD auf Dienstnehmerseite kommen die ÖVP-nahen Mitglieder auf eine bequeme Mehrheit.

Gut funktionierende Sozialpartnerschaft

Der leitende ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz (SPÖ) wollte auf Anfrage der APA noch nicht bestätigten, ob die FSG-Vertreter Schelling unterstützen würden. Man werde in sozialpartnerschaftlicher Manier vorher Gespräche führen, es komme auf eine Gesamtlösung an. Die Sozialpartnerschaft habe zuletzt sehr gut funktioniert und er gehe davon aus, dass es auch im Hauptverband so bleibe, sagte Achitz, der aber darauf verwies, dass die Wirtschaftskammer ihren Kandidaten offiziell noch nicht nominiert habe.

Nach seiner Neu-Konstituierung hat der Verbandsvorstand in seiner zweiten Sitzung am 18. Februar noch weitere Personalentscheidungen zu treffen. Die auf vier Jahre abgeschlossenen Verträge von Generaldirektor Josef Kandlhofer und seiner drei Stellvertreter Josef Probst, Beate Hartinger und Volker Schörghofer laufen mit Ende März aus. Die Posten sollten eigentlich sechs Monate vorher ausgeschrieben sein, bis jetzt ist das aber noch nicht geschehen, deshalb könnte das Verbandsmanagement auch etwas länger im Amt bleiben. Spekuliert wird auch über eine mögliche Pensionierung Kandlhofers. Für diesen Posten war zuletzt auch der Name des bisherigen Sozialministers Erwin Buchinger genannt worden, er hat aber erst diese Woche seinen Job im Arbeitsmarktservice Wien angetreten. (APA)