Markt boomt

Finanzkrisen lassen die Konsumenten völlig kalt - zumindest vor Weihnachten und wenn es um Computerspiele geht. Laut Microsoft hat sich der Verkauf der eigenen Spielekonsole Xbox 360 im November europaweit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Selbst nach dieser Erhebung wächst auch der Absatz der Konkurrenz: Nintendos Wii verkaufte sich demnach um 43 Prozent besser, Sonys Playstation 3 immer noch um drei Prozent.

Gründe für den Boom gibt es mehrere: gesunkene Hardwarepreise, aber auch den immer stärkeren Trend hin zu Spielen, die die Konsumenten selbst gestalten und über Internet tauschen können. der STANDARD gibt Tipps für familienkompatible Weihnachtsspiele:

Montage: Friesenbichler

Buzz Quiz TV

Die goldene Zeit der TV-Quiz-Shows ist vielleicht vorbei, auf den Videokonsolen geht sie erst los. Die Reihe "Buzz" hat Erfolg mit einem nervigen virtuellen Quizmaster und einem roten Knopf zum Draufhämmern als Eingabegerät. Dank PS3-Internetanbindung können Fragen mit der Community ausgetauscht werden und Familien online gegeneinander antreten. Neue Fragenpakete zum Nachkaufen erweitern das Allgemeinwissen um Themenfelder wie Science-Fiction-Filme oder exotische Naturwunder. Außerdem gibt's - durchaus selbstreferenziell - ein Videospiele-Quiz. Also, welche Farbe hatten die Handschuhe von Game-Igel Sonic nochmal? (Sony, nur für PS2, PS3 und PSP, ab 3 Jahren)

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Shaun White Snowboarding

Lange wird man beim Suchen von Anwendungen für das Balance Board der Nintendo Wii nicht gebraucht haben, um auf das Surfen in verschneiter freier Wildbahn zu kommen. Einerseits erinnert das Lenken mittels Gewichtsverlagerung schon an das Vorbild aus den Bergen. Andererseits ist das Bewegen der Figur auf dem Bildschirm per Wohnzimmerboarden eine ganz eigene Kunst. (Ubisoft, alle Plattformen, ab 6)

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Wii Music

Nintendo macht einen auf Musikpädagogik und versucht damit bisherige Videospiel-Genregrenzen zu sprengen. Zwischen Soli auf allen möglichen Instrumenten, eigenständiger Interpretation von bekannten Kinder-, Pop- und Klassiksongs und gemeinsamer Rhythmusarbeit für ein virtuelles Orchester wird einiges theoretisches Wissen untergejubelt. Brave Ansätze, für jene gedacht, die den spielerischen Zugang zur Musik ernst nehmen. (Nintendo; ab 3)

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Mirror's Edge

Eine bewegungsintensive Sache, zumindest für Hauptfigur Faith, die ihre Wege im Großstadtdschungel eines Überwachungsstaats über die Dächer abkürzt. Das Springen, Klettern und Balancieren der Trendsportart Parkour bringt etwas Frische ins Ego-Shooter-Genre, wobei im Fall von "Mirror's Edge" der Einsatz von Waffengewalt nicht notwendig ist, um das Spiel zu bewältigen. Etwas Toleranz gegenüber gleichförmigen Spielabläufen muss man allerdings schon aufbringen. (EA; Xbox 360, PS3, PC; ab 16)

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Prince of Persia

Beim Ausflug in den malerischen Orient bewegt sich der freche Prinz mit seiner vor Ort aufgegabelten Freundin hauptsächlich per Klettern und Herumwirbeln fort. Versagt das Schwert, hilft Begleiterin Elika, wo sie kann. Und das ist auch notwendig, denn die fiesen Gegenspieler in der Mission zur Begrünung des Mittleren Ostens sind nicht auf den Kopf gefallen. Noch nicht. (Ubisoft, Xbox 360, PS3, PC; ab 12)

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Professor Heinz Wolff's Gravity

Die Kugel rollt, und egal wie sie rollt, am Ende muss ein Knopf gedrückt werden. Der Spieler hat die Aufgabe, vorhandene Gerätschaften wie Balken, Bälle, Wagerln so zu positionieren, dass das auch klappt. Das Puzzlespiel nach Regeln der Erdanziehungskraft ist mit dem Professor zwar etwas betulich präsentiert, aber zum Verbeißen für jene, die fitzelige Aufgaben brauchen. (Nintendo DS, PC; Wii-Version folgt; Deepsilver/Koch, ab 3)

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Little Big Planet

Der kleine große Planet ist von knuffeligen Dingern bewohnt, die Sackboys oder -girls genannt werden. Das Spielprinzip - in einer zweidimensionalen Welt auf einem vorgegebenen Pfad von A nach B wuseln und dabei Hürden überwinden - ist nicht rasend neu. Was das Spiel hervorhebt und wohl immens populär machen wird, ist die Möglichkeit, Figuren und Welt nach Belieben auszustaffieren sowie selbst neue Spielelevels zu schaffen und diese via Internet anderen verfügbar zu machen. (Sony, nur für PS 3, ab 3)

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Fifa 09

"Neinnnn" ist bei einem virtuellen Fußballspiel mit "Fifa 09" oft zu hören. Wenn man einen Schuss aus fünf Metern über das Tor semmelt beispielsweise. In der jüngsten Version ist das sowohl grafisch als auch simulationstechnisch realistischer denn je möglich. Wird der Anfänger zum Profi, wird er die Möglichkeit, dass die Stärke der Kicker online einmal pro Woche an ihre realen Vorbilder angeglichen wird, schätzen. (EA, für alle Plattformen, ab 3)

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Singstar

Ein Spiel wie aus dem Marketing-Lehrbuch: Das Karaokewettsingen für Playstation 2 und ihre Nachfolgerin war von Beginn an erfolgreich. Und da jeder das Urspiel zu Hause hat, wurde das Angebot differenziert: Abba, deutsche Schlager und Turkish Party stehen mittlerweile in den Regalen. Der Disney-Konzern beliefert übrigens nicht nur "Singstar" mit Liedern, sondern hat mit Disney Sing it gleich ein eigenes Spiel im Angebot. (Sony, nur für PS 2 und 3 bzw. Disney Interactive für alle Plattformen, ab 3)

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Lips

Microsoft griff für seine Xbox auf das bewährte Unternehmenskonzept der Inspiration durch andere zurück und brachte "Lips" auf den Markt. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zu "Singstar": durch John-Travolta-artige Gesten mit dem Mikrofon können auch Nichtsänger zu Punkten kommen. Und man kann via USB zu seinen eigenen Liedern singen - wenn die nicht durch digitale Kopierschutzmechanismen verkrüppelt sind. (Microsoft, nur für die Xbox, ab 12)

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Guitar Hero World Tour und Rockband 2

Wer nur Roland Kaisers "Santa Maria" singen kann, greift besser zum Instrument statt zum Mikro. Die beiden Spiele von Activision respektive EA geben dazu reichlich Möglichkeit. Mit fast lebensgroßen Instrumenten wie Gitarre, Bass und Schlagzeug kann den Vorbildern on- und offline nachgeeifert werden. (PS 2, PS3, Xbox 360, Wii; ab 12) (Michael Möseneder Alois Pumhösel/ DER STANDARD Printausgabe, 5./6. Dezember 2008)

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