Poznan - Rund 700 Umwelt-Aktivisten haben die internationale Gemeinschaft bei einer Demonstration am Rande der UNO-Klimakonferenz in Polen zu größerem Einsatz zur Bekämpfung des Klimawandels aufgefordert. In Poznan waren am Samstag Delegierte aus rund 190 Staaten versammelt, um die Grundlage für ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll auszuhandeln. Unter den Gruppen, die zu dem friedlichen Protest aufgerufen hatten, waren unter anderem Oxfam, Greenpeace und der WWF.

Oxfam-Vertreterin Angela Corbalan forderte vor allem die Industrieländer auf, entschlossener zu handeln. Allerdings wurde auch Kritik an der Haltung der Entwicklungsländer laut. "Es ist nicht genug, sich hinter dem Argument Armut zu verstecken", sagte der Inder Benny Kuravelk, Mitglied der Organisation Focus on the Global South, in Posen. Ein reicher Mensch in Indien, China oder Brasilien produziere ebenso viel Kohlendioxid wie ein Europäer. Seine Regierung sollte reiche Inder zum Klimaschutz bewegen.

Enttäuschung über Deutschland

Der Kieler Björn Obmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sagte, er sei "sehr enttäuscht, dass Deutschland in den letzten Tagen die EU-Position beim Klimaschutz schwächt und damit den Verhandlungsprozess". Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nehme zu viel Rücksicht auf die Autoindustrie. In 15 deutschen Städten demonstrierte Greenpeace unter dem Motto "Deutsche Autos sind zu dick" für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik. (APA/AP/dpa)