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Nicht nur Finanzkrise mache Autoherstellern Probleme, die Krise sei auch strukturell bedingt.

Foto: REUTERS/Fred Prouser (UNITED STATES)

Stockholm - Der diesjährige Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman glaubt nicht an eine Rettung für die angeschlagene US-Autoindustrie. Drei Tage vor Entgegennahme der Auszeichnung sagte der Professor von der US-Universität Princeton und Autor zahlreicher wirtschaftspolitischer Schriften am Sonntag in Stockholm, mit dem in Washington geplanten Rettungspaket würden wahrscheinlich nur "zwei Monate Zeit gekauft".

Was danach geschehen könne, wisse er nicht, meinte Krugman. Da die Probleme der führenden US-Autounternehmen aber nicht nur durch die Finanzprobleme, sondern auch strukturell bedingt seien, würden die betroffenen Konzerne am Ende aber wohl verschwinden.

Befürwortet Konjunkturprogramm

Krugman sprach sich für Regierungsprogramme zur Ankurbelung der Konjunktur aus, wie sie vom künftigen US-Präsidenten Barack Obama geplant in der letzten Wochen unter anderem auch durch die schwedische Regierung aufgelegt worden sind. Damit könne man den "enormen Druck auf die Wirtschaft" mindern.

Krugman erhält den mit zehn Millionen Kronen (945.287 Euro) dotierten Nobelpreis für seine Beiträge zur Theorie des Außenhandels und zur Wirtschaftsgeografie am Mittwoch in Stockholm aus der Hand von Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreicht. Der 55-jährige Wirtschaftswissenschaftler hat sich in den letzten Jahren als scharfer Kritiker der Wirtschaftspolitik von Präsident George W. Bush profiliert. (APA/dpa)