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Szabolz Safar, die personifizierte Bierruhe, verlor auch nach einem durchgerutschten Bällchen nicht die Fassung.

Foto: APA/Neubauer

Wien - Rapid fühlt sich nach dem 2:2 im 288. Derby als moralischer Sieger. "Wir können zufrieden sein. Wir haben einen 0:2-Rückstand wettgemacht und wir sind weiterhin die Nummer eins in Wien, das ist das Wichtigste für die Fans", resümierte Trainer Peter Pacult, dessen Truppe nach 21 Runden weiterhin zwei Zähler mehr als Violett aufweist. So kann man es auch sehen, auch wenn andererseits auf Salzburg nunmehr fünf Punkte fehlen.

Ermöglicher des Remis am Sonntagnachmittag war Austria-Schlussmann Szabolcs Safar, ansonsten eigentlich ein verlässlicher Fels in der Brandung. Diesmal leistete sich der 34-Jährige jedoch einen groben Schnitzer und ließ einen hohen Ball von Marcel Ketelaer fallen. Erwin Hoffer bedankte sich mit dem Ausgleich.

"Mein Fehler hat uns den Sieg gekostet, das war ein klassisches Blackout. Schade, aber auch das gehört zum Fußball dazu", meinte Safar nach Schlusspfiff zerknirscht. Sein typisches Phlegma behielt aber auch in dieser Situation die Oberhand.  Ausgerechnet in jener Partie, in der die Austria-Fans seinen im Stadion anwesenden Vorgänger Joey Didulica immer wieder mit Sprechchören feierten, zeigte der Routinier Nerven. 

Vorwürfe machte ihm niemand. "Safar hat uns schon viele Punkte gerettet und ist für mich vielleicht sogar der stärkste Torhüter in Österreich. Er hatte diesmal einfach einen schlechten Tag", stärkte Trainer Karl Daxbacher seinem Mann den Rücken. "Niemand von uns wird ihm den Fehler vorwerfen. Er hat uns schon viele Punkte gerettet. Joachim Standfest ärgerte sich vielmehr über "das schülerhafte Verhalten" beim 1:2 Sekunden nach der 2:0-Führung.

Milenko Acimovic, Schütze des 2:0,  drückte die violette Missstimmung über den verspielten Derby-Erfolg so aus: "Wenn man in einem großen Match wie Austria gegen Rapid 2:0 führt, dann muss man sein Haus zusperren und cleverer sein. Aber wir haben in diesem Match wieder sehr viel dazugelernt." Auch er profitierte im übrigen von einer nicht perfekten Keeperleistung. Rapids Lukse sah beim Flachschuss des Slowenen ins Goalie-Eck schlecht aus. Er hatte sich Richtung Tormitte orientiert und sein Allerheiligstes damit preis gegeben. Schon im Derby Nr. 287 hatte er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Eine Begegnung der ganz speziellen Art genoss erneut Steffen Hofmann. Wie bei der 0:2-Niederlage am 11. November - beide Trainer wählten quasi die identische Taktik wie damals - wich auch diesmal Fernando Troyansky nicht von der Seite des Rapid-Captains. Diesmal konnte sich dieser jedoch besser in Szene setzen.

Das entging auch Pacult nicht: "Steffen hat sich mit der Situation im Vorfeld  intensiv auseinandergesetzt und sie von Anpfiff weg dank extrem viel Laufarbeit gut gelöst." Verschnupft reagierte Pacult  hingegen auf die Frage reagiert, ob die Auswechslung von Andreas Dober nach nur 37 Minuten eine erzieherische Maßnahme gewesen sei. "Ich bin kein Lehrer. Dober hatte Probleme mit Acimovic. Es wird doch noch erlaubt sein, einen Spieler wegen einer schlechten Performance auszutauschen." (red/APA)