Immer öfter wird anstatt der hydraulischen Servolenkung eine elektrische verwendet. Damit spart man zwischen 0,2 und 0,3 Liter Sprit auf 100 km. Und zwar deshalb, weil sie nur dann Energie verbraucht, wenn tatsächlich gelenkt wird, während bei einer hydraulischen Servolenkung konstant Druck bereit gehalten werden muss.

Die Idee von der elektrischen Servolenkung ist schon sehr alt, bei der Entwicklung bis zum heutigen Stand der Technik waren jedoch einige Hürden zu überwinden. Die jüngere Geschichte der elektrischen Servolenkung begann vor ungefähr zehn Jahren, als der Zahnradspezialist ZF und der Elektronik-Experte Bosch beschlossen, eine eigene Firma zur Entwicklung einer elektrischen Lenkung zu gründen.

Ursprünglich stellte die Geräuschentwicklung des Schneckengetriebes das größte Problem dar, aber auch die Rückmeldung von der Fahrbahn war schlecht. Außerdem war es lange Zeit nicht möglich, die hohen Lenkkräfte von großen Pkws oder gar Transportern zu bewältigen. Diese Probleme sind mittlerweile alle gelöst, ZF ist bereits mit der dritten Generation seiner Servolectric am Markt, die etwa im jüngsten VW Golf serienmäßig eingebaut ist.

Die Spritersparnis ist der eine Punkt, aber auch die Verknüpfbarkeit mit elektronischen Steuerungselementen wird gerne als Vorzug genannt. So lassen sich Sicherheitseinrichtungen (eine elektrische Lenkung kann etwa Fahrbahnunebenheiten oder Seitenwind automatisch ausgleichen) und Assistenzsysteme wie die Einparkautomatik leichter verwirklichen. (Rudolph Skarics/DER STANDARD/AUTOMOBIL/5.12.2008)