Stockholm - Die in Schweden traditionell stark dominierenden Sozialdemokraten stellen sich erstmals in ihrer Geschichte auf die Bildung einer Koalitionsregierung ein. Wie Oppositionschefin Mona Sahlin am Montag in Stockholm bestätigte, strebt die seit den 20er Jahren fast immer alleinregierende Partei bei den nächsten Reichstagswahlen in knapp zwei Jahren ein Linksbündnis mit den Grünen und der Linkspartei an. Die beiden kleineren Parteien haben ebenfalls Grünes Licht für ein Regierungsbündnis gegeben.

Sahlins Vorgänger Göran Persson hatte die Wahlen 2006 klar verloren und musste danach die Regierungsmacht an ein Mitte-Rechts-Bündnis unter dem konservativen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt abgeben. Zur Halbzeit der Legislaturperiode liegt dessen Vierparteien-Bündnis mit Liberalen, Zentrum und Christdemokraten mit zehn Prozentpunkten weit hinter dem Oppositionslager der Linken zurück. Die Sozialdemokraten sind mit 39,7 Prozent gegenüber 35 Prozent bei den Wahlen auch allein wieder kräftig in der Wählergunst gestiegen und erneut mit Abstand größte Partei in Schweden.

Als wichtigster Grund für die fehlende Popularität gelten massive Skandale zu Beginn der Amtszeit und ein schwaches Profil des Regierungschefs. Reinfeldt will bei den nächsten Wahlen erneut mit seinem bisherigen Mitte-Rechts-Bündnis antreten. (APA/dpa)