Chicago - Auf der bereits lange währenden Suche nach einem funktionierenden Impfstoff gegen Malaria könnten Wissenschafter einen bedeutenden Schritt weiter sein. Ein kürzlich getestetes Serum konnte im Test die Zahl von Infektionen bei Kindern deutlich reduzieren. Bei zwei klinischen Studien in Tansania sank die Rate der Infektionen um bis zu 65 Prozent, wie das "New England Journal of Medicine" am Montag berichtete. Der Impfstoff sei der erste, der bei Studien einen signifikanten Schutz vor Malaria erkennen lasse. Das sei ein hoffnungsvoller Anfang, heiß es im Vorwort der Studie.

Auch die Zahl der Fälle, in denen eine Malaria-Infektion zum Ausbruch der Krankheit führte, konnte demnach deutlich reduziert werden. Forscher suchen seit 70 Jahren nach einem Impfstoff gegen die Krankheit. Jedes Jahr erkranken weltweit 250 Millionen Menschen an Malaria, eine Million stirbt daran.

Kombinierbarer Impfstoff

In der ersten Untersuchung für die am Montag veröffentlichte Studie fanden Wissenschaftler bei Untersuchungen an 340 Säuglingen in Tansania heraus, dass der neue Impfstoff auch zusammen mit bereits existierenden Impfungen angewendet werden kann. Bei der Gruppe der Säuglinge, die den Impfstoff gespritzt bekommen hatten, sank die Rate der Neuinfektionen um 65 Prozent. Außerdem nahm die Zahl der Fälle, in denen nach einer Infektion mit dem Malaria-Erreger innerhalb von sechs Monaten die Krankheit ausbrach, um 59 Prozent ab.

Im einer zweiten Untersuchung wurden die Sicherheit und die Effektivität des neuen Impfstoffes an 894 Kindern zwischen fünf und 17 Monaten getestet. Ihnen wurde ein anderer Zusatz verabreicht, der die Immunreaktion des Körpers verstärken soll. Diese Variante des Impfstoffes konnte den Ausbruch der Krankheit für durchschnittlich acht Monate um 53 Prozent senken.

"So nah wie nie"

Nach der Veröffentlichung von ersten Ergebnissen der Studie sagte Christian Loucq, Direktor der Nichtregierungsorganisation PATH Malaria Vaccine Initiative: "Wir sind der Entwicklung eines Malaria-Impfstoffes für afrikanische Kinder so nah wie nie." Anfang nächsten Jahres soll die letzte Phase der Studie in Afrika beginnen. (APA/red)