Wohnraumsanierung nach Pferdeart: Die Renovierungsarbeiten in der Stallburg der Spanischen Hofreitschule, wo die Lipizzaner ihre "Wohnungen" haben, sind nun abgeschlossen. Neben optischen Verbesserungen hat dies auch unmittelbar Vorteile für die Tiere: Sie dürfen sich nämlich ab sofort über größere Boxen und teils freie Sicht in den Arkadenhof freuen. Die Generalsanierung der Räumlichkeiten in der Wiener Hofburg nahm insgesamt sechs Jahre in Anspruch.

Hier hausen 72 Hengste in den denkmalgeschützten Stallungen. Bei den bereits bestehenden Boxen, die weiter im Inneren des Renaissancegebäudes liegen, wurden teilweise die Trennwände entfernt, wodurch aus zwei Stellplätzen ein doppelt so großer wurde. "Die alten Boxen waren zum Teil nur Stände, die - auch nach dem Tierschutzgesetz - einfach zu klein waren", so Elisabeth Gürtler, Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule.

Gänzlich neu hingegen sind die Behausungen, die in die Arkadenbögen des Gevierts gebaut wurden. Befinden sich in den übrigen Stallzonen nach wie vor keine Fenster, können hier "Favory Bartonia", Conversano Tiberia" und Co. das Geschehen im Hof verfolgen. "Pferde sind neugierig. Außerdem tut ihnen die frische Luft gut, da sie sensible Lungen haben", so Gürtler. Damit werde die Stallburg auch für Touristen um einiges attraktiver, versicherte die Chefin. Die Sattlerei, die Futterkammer, Geräte- und Büroräume, die sich vorher entlang der Außenfront befanden, wurden in andere Trakte des zweistöckigen Gebäudes umgesiedelt.

Neue Lüftungs- und Mistabsauganlage

Geleitet wurde die Sanierung der knapp 3.800 Quadratmeter großen Stallburg von der Burghauptmannschaft. Die Lipizzaner mussten ihren Wohnbereich dabei nicht verlassen. "Natürlich haben wir geschaut, die Arbeiten möglichst leise zu halten, also beispielsweise nicht mit Dieselaggregaten anzurücken", versicherte Burghauptmann Wolfgang Beer. Neben den Boxen selbst wurde innen auch das Mauerwerk und der Stuck renoviert. Eine neue Lüftungs- und Mistabsauganlage wurde ebenfalls eingebaut sowie Änderungen bei der Beleuchtung vorgenommen.

Auch die beiden Obergeschoße, in denen sich vorrangig Arbeits- und Wohneinheiten für Personal und Bereiter befinden, wurden einer grundlegenden Instandsetzung unterzogen. Berücksichtigt worden seien hierbei auch jene Räumlichkeiten, die durch Löscharbeiten während des Brands der Redoutensäle 1992 schwer beschädigt wurden, hieß es. Darüber hinaus wurde die Natursteinfassade des Innenhofs der Stallburg generalüberholt, Reparaturen am Dach waren ebenso notwendig.

Offiziell übergeben wird die frisch renovierten Stallburg am Dienstag. Zur Einweihungsfeier wird neben Beer und Gürtler auch der Wiener Landeskonservator Friedrich Dahm erwartet. (APA)