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Wien - Wer kocht, schafft ein Zuhause. Noch heimeliger wird es, wenn auf Herd und Tisch Dinge landen, die an sich schon nach Heimat duften. Für diese ideale Kombination gibt es ein neues Standardwerk: das "Kronländer Kochbuch" von Christoph Wagner und Adi Bittermann. Alles was die Küchen zwischen Wien und dem Reichsland Bosnien Herzegowina, zwischen Vorarlberg und dem Königreich Galizien und Lodomerien zu bieten hatte, ist hier in 450 Rezepten versammelt.

Sardellenringerln, Grammelpogatschen, Olmützer Bierkäse, Radicchio auf jüdische Art, Geflügelleber-Krapferl-Suppe, Eier a la Fiume, Spargel mit Bozner Sauce, Waller mit Apfelkren überbacken, Venezianer Leber, Csikos-Ragout nach Pferdehirtenart, Brünner Beiried - auf 448 Seiten entfalten der Koch und der Gourmetkritiker und Autor die Fülle der alten mittel- und osteuropäischen Küche.

Ausprobiert: Festtagseintopf

Ausprobiert: Der Festtagseintopf "Bosanski Lonec" aus Bosnien-Herzegowina, gleich für acht bis zehn Personen - Feste müssen in der Gruppe gefeiert werden.

Ein Kilogramm Lammfleisch (ausgelöste Schulter), ein Kilogramm Gulaschfleisch, ein Kilogramm Erdäpfel, 300 Gramm Karotten, je 150 Gramm Sellerie, Petersilwurzel, gelbe Rüben sowie 300 Gramm Zwiebel, ein Krautkopf, ein grüner Paprika, 200 Gramm Fisolen und 400 Gramm Fleischparadeiser sind die primären Zutaten.

Jetzt heißt es: "Schneiden, schneiden, schneiden" (Fleisch und Gemüse in Würfel, die Paradeiser vorher blanchieren und schälen). Dann wird eine große Kasserole oder eine große Bratenform mit Olivenöl bestrichen. Ganz unten kommen drei Gewürznelken und ein Lorbeerblatt, dann Schicht auf Schicht jeweils das vermischte Gemüse und das Fleisch. Jede Schicht wird mit Pfeffer, Salz, Knoblauch und Paprikapulver gewürzt. Die oberste Schicht sollte aus Gemüse bestehen. Schließlich wird das alles mit Wasser bedeckt und vier Stunden im Backrohr zugedeckt geschmort (bei ca. 160 Grad). Als Beilage gibt es Salzerdäpfel oder frisches Weißbrot. (APA)